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Radioaktiver Abfall löst Alarm aus

Universitätsklinikum Bonn verschärft Kontrollen

Bei Routinekontrollen von Hausmüll des Universitätsklinikums Bonn ist radioaktiver Abfall entdeckt worden. Als Strahlenquelle wurden entsorgte Hygieneartikel aus der Klinik für Nuklearmedizin identifiziert. Die ausgetretene Radioaktivität war so gering, das von ihr keine Gefahr für die Umwelt oder für Mitarbeiter ausgegangen ist. Das Klinikum wird nun in dem betroffenen Bereich die Abläufe der Müllbeseitigung und Kontrollen überprüfen, damit sich der Vorfall nicht wiederholt.

Das radioaktive Isotop Iod-131 wird am Universitätsklinikum Bonn unter anderem für die Radio-Iod-Therapie genutzt. Dabei nehmen Patienten mit einer Schilddrüsen-Überfunktion ein mit dem Isotop angereichertes Präparat ein. Das Iod wird vom Körper in die Schilddrüse transportiert, wo es zerfällt und dabei gezielt die Gewebeteile ausschaltet, die von der Überfunktion betroffen ist. Um die Umwelt vor radioaktiver Strahlung zu schützen, halten sich die Patienten während der Behandlung so lange in stark abgeschirmten Bereichen auf, bis die Radioaktivität unter einen unbedenklichen Grenzwert gefallen ist. Das Abwasser von Toiletten und Duschen wird aufgefangen und erst nach dem Abklingen der Radioaktivität in die Kanalisation eingeleitet. Auch  Speisereste und selbst gebrauchte Papierhandtücher bleiben bis zum Abklingen der Strahlung "auf Station". Für die Mitarbeiter gelten strenge Strahlenschutzbestimmungen.

"Wir klären derzeit, wie es möglich war, dass die Radioaktivität übersehen wurde", sagte Herr Dr. Walter F. Müller vom Universitätsklinikum. Zwar seien alle Müllsäcke, die die Radiotherapie-Station verlassen hätten, mit einem Geiger-Zähler auf Reststrahlung überprüft worden, offenbar sei aber das Messgerät nicht nahe genug an die Strahlenquelle herangekommen.

Um eine Wiederholung des Vorfalls für die Zukunft auszuschließen, wird das Universitätsklinikum Bonn seine Entsorgungsrichtlinien weiter verschärfen. Walter F. Müller erklärt: "Künftig werden alle Müllbeutel aus der Nuklearmedizin vor der Entsorgung in einem ‚Monitor' auf Strahlung geprüft. Das Gerät ist so empfindlich, dass selbst kleinste Strahlenquellen auffallen würden."

Kontakt:
Universitätsklinikum Bonn
Dr. Walter F. Müller
Telefon:  0228 / 287-6984
E-Mail:
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