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Kunstgeschichte im Nationalsozialismus

Wanderausstellung zur Geschichte einer Wissenschaft zwischen 1930 und 1950 im Kunsthistorischen Institut

War die Kunstgeschichte während des "Dritten Reiches" ein unpolitisches Fach? Bis heute sind Institutionen und Personen, Forschungs- und Praxisfelder der deutschsprachigen Kunstgeschichte im Nationalsozialismus nicht zusammenfassend gesichtet worden. Im Rahmen des XXVIII. Deutschen Kunsthistorikertages in Bonn wird am Mittwoch, dem 16. März 2005 um 19.15 Uhr im Kunsthistorischen Institut der Universität (Regina Pacis Weg 1 / Hofgartenseite) eine Ausstellung dazu eröffnet. Sie zeigt bislang unbekanntes Archivmaterial und wird bis zum 29. April zu sehen sein. Die Öffentlichkeit ist herzlich dazu eingeladen.

Die Ausstellung thematisiert das Verhältnis von Wissenschaft und Politik ebenso wie den Alltag an deutschen kunsthistorischen Instituten von 1930 bis etwa 1950. Sie präsentiert bislang unbekannte Dokumente zu verschiedenen Akteuren, Institutionen und Forschungsprojekten der Disziplin. Schwerpunkte bilden die kunsthistorischen Institute und Seminare an den Universitäten Bonn, München, Marburg, Tübingen und Karlsruhe (TH), die Kunsthistorische Forschungsstätte Paris und die Fotokampagnen des Preußischen Forschungsinstituts für Kunstgeschichte Marburg. Dokumentiert werden des Weiteren die Beteiligung von Kunsthistorikern an der West- und Ostforschung, Zensurfälle, Karrierestrategien und die Entnazifizierungsproblematik.
Archivalien, Publikationen, Fotografien, Filme, Tondokumente und Interviews mit Zeitzeugen vermitteln Facetten einer Wissenschaft im Nationalsozialismus.

Schwerpunkt der Bonner Station ist die Geschichte des Kunsthistorischen Instituts Bonn zwischen 1933 und 1945, unter anderem die Berufungsverhandlungen des Ordinarius Alfred Stange 1934, die Verengung wissenschaftlicher Fragestellungen auf politisch opportune Ansätze, die Auseinandersetzungen um die Kunst der Moderne sowie das Engagement der Bonner Kunsthistoriker im Kunstschutz (Fotokampagnen) und bei der Gründung einer "Kunsthistorischen Forschungsstätte" in Paris (1942).

Die Ausstellung wandert anschließend weiter nach München, Tübingen, Marburg und Karlsruhe. Für 2006/2007 sind Präsentationen in Hamburg und Berlin geplant. Die Ausstellung wurde von einer studentischen Projektgruppe der Universität Bonn initiiert und von Mitarbeitern der beteiligten Institute gemeinsam erarbeitet.

Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Publikation, die am 16. März vorgestellt wird: "Kunstgeschichte im Nationalsozialismus. Beiträge zur Geschichte einer Wissenschaft zwischen 1930 und 1950" (herausgegeben von Nikola Doll, Christian Fuhrmeister und Michael H. Sprenger, Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften, Weimar 2005, ISBN 3-89739-481-2, 360 Seiten, 20,- Euro).

Öffnungszeiten :
vom 17. März bis 8. April: Mo - Fr von 10 - 18 Uhr;
vom 11. bis 29. April: Mo, Mi, Do, Fr von 10 - 19 Uhr, Di von 10 - 20 Uhr


Kontakt:
Ruth Heftrig M.A., Kunsthistorisches Institut Bonn
Forschungsprojekt "Aufbau eines themenorientierten Netzwerks:
Geschichte der Kunstgeschichte im Nationalsozialismus"
Telefon: 0228 / 73-4785
E-Mail:
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