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Feuerfester Australier

Der Grasbaum ist Pflanze des Monats März

Grasbäume sind mit ihren kaum verzweigten Stämmchen und dem Schopf aus schmalen, grasartigen Blättern typische Vertreter der australischen Pflanzenwelt. Die Pflanzen sind Überlebenskünstler, denen Buschbrände nichts anhaben können. Ihr Harz wurde von den Ureinwohnern als Klebstoff geschätzt. Im März ist der Grasbaum die "Pflanze des Monats" in den Botanischen Gärten der Universität Bonn, wo er derzeit im Sukkulentenhaus blüht.

Mit fast 30 Arten sind Grasbäume in den Trockengebieten Australiens und Tasmaniens weit verbreitet. Sie wachsen sehr langsam und erreichen eine Höhe von maximal 6 Metern erst im hohen Alter von bis zu 350 Jahren. Nur durch ihre spezielle Gestalt können sie den häufig auftretenden Buschfeuern widerstehen: Die Sprossspitze, aus der immer neue grasartige Blätter gebildet werden, liegt tief im Inneren des Stämmchens verborgen.

Bei jungen Pflanzen liegt die Triebspitze sogar unterirdisch im Boden. Dadurch bleibt sie bei einem Brand verschont und die Pflanze kann wieder neu austreiben. In der Regel brennen bei einem Buschfeuer nur die abgestorbenen unteren Blätter ab und hinterlassen einen verkohlten Stamm mit grünem Haarschopf - diesem Aussehen hat der Grasbaum seinen australischen Namen "Black Boy" zu verdanken.

Der wissenschaftliche Name des Grasbaums, Xanthorrhoea, deutet auf das an der Basis der Blätter austretende gelbliche Harz hin (griech. xanthos = gelb, rhoe = Fluss, fließen). Dieses Harz wird zur Herstellung von Lacken und Polituren verwendet. Den australischen Ureinwohnern diente es als Klebemittel, um zum Beispiel Steinklingen auf Speeren zu befestigen.

Auch andere Teile der Pflanzen wurden genutzt: So erntete man die nektarreichen Blüten, um sie frisch oder vergoren in Getränken zu genießen. Der lange, gerade Stiel abgestorbener Blütenstände wurde als Drehstab zum Feuermachen benutzt.

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Copyright: Prof. Dr. W. Barthlott
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