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Riffe am Fuß der \"Hohen Acht\"

Goldfuß-Museum präsentiert fossile Korallen aus der Eifel



Das Goldfuß-Museum der Universität Bonn stellt im März als Fossil des Monats "Riffbildner des Devons in der Eifel" aus. Die Stücke stammen aus dem Nachlass des begeisterten Sammlers Joseph Lintzen aus Nideggen.

Joseph Lintzen war Studienrat für Deutsch, Geschichte, Politik und Latein an einem Euskirchener Gymnasium und außerdem begeisterter Fossiliensammler. Von etwa 1970 bis zu seinem Tod im Jahr 2002 trug er zahlreiche faszinierende Stücke zusammen, unter anderem aus den mitteldevonischen Kalkmulden der Eifel. Sein Sohn Raimund überließ kürzlich dem Bonner Institut für Paläontologie über 1.000 dieser Funde, darunter auch eine Reihe von "Riffbildnern".

Bis heute gelten Riffe als die arten- und individuenreichsten Ökosysteme der Erde. Voraussetzung ihre Bildung sind unter anderem tropische bis subtropische Bedingungen. Vor 395 bis 345 Millionen Jahren war die Eifel noch ein flaches Meer, das etwa 30 Grad südlich des Äquators lag - also ungefähr auf dem selben Breitengrad wie das heutige Kapstadt. Die so genannten Eifeler Kalkmulden sind die Überreste dieses Meeres, in dem Korallen und die schwammähnlichen Stromatoporiden durch Abscheidung von Kalk ausgedehnte Riffe bildeten. Bei optimalen Bedingungen, das heißt bei warmem, sauberem, lichtdurchfluteten Wasser mit geringem Sedimenteintrag, konnten die Riffe bis zu drei Zentimeter pro Jahr wachsen.

Die ausgestellten Fossilien zeigen die Vertreter der verschiedenen Siedlungszonen eines devonischen Riffes von der Küstenregion bis ins offene Meer: Im Strandbereich bildeten die heute ausgestorbenen Stromatoporiden das so genannte Bankriff. An dieses schloss sich das Knollen-Blockriff an, das von Stromatoporiden und Korallen gebaut wurde. Das Rasenriff bestand aus Rasenkorallen und Seelilien, die zu richtigen "Unterwasser-Wäldern" heranwachsen konnten. Das Rübenriff wurde durch Einzelkorallen gebildet; im tieferem Wasser besiedelten Horn- und Pantoffelkorallen den Meeresgrund.

Bilder zu dieser Presseinformation

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Bildautor: Georg Oleschinski

Versteinerte Koralle
Fossiler Stromatoporid
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