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Viele Wege führen nach Rom

Tagung in Bonn beschäftigt sich mit dem geographischen Verständnis in der Antike



Reisende gab es schon in der Antike. Doch wie kam ein Grieche von Athen nach Ägypten? Hatte er schon eine Vorstellung davon, wo Ägypten von Griechenland aus lag - verfügte er also über eine "innere Landkarte"? Oder sagte ihm lediglich eine Art antiker Routenplaner: "Du musst zuerst über Piraeus nach Kreta reisen, von dort aus nach Zypern und schließlich nach Alexandria." Um das Thema "Raumwahrnehmung und Raumerfassung in der Antike" geht es vom 23. bis 25. Februar auf einer internationalen Tagung an der Universität Bonn. Die Veranstaltung wird vom Seminar für Alte Geschichte organisiert.

Die Römer orientierten sich ursprünglich an den Städten, die sie auf dem Weg von einem Ort zum anderen passierten - sie erfassten den Raum gewissermaßen linear, ähnlich wie heutige Routenplaner im Internet, die ja auch nur eine Liste von Abzweigungen mit den dazwischen liegenden Entfernungen liefern. Charakteristisch für diese Form der Raumerfassung sind die zahlreichen Meilensteine, die zum Teil über hunderte von Meilen die Distanzen bis zu einem Ziel vermerken. Heftig umstritten ist heute die Frage, ob in der römischen Kaiserzeit schon Landkarten im heutigen Sinne existierten.

Die Bonner Tagung nähert sich der Thematik von verschiedenen Seiten. So diskutieren die Teilnehmer auch, welche Schlüsse sich aus dem Alten Testament über die Raumvorstellung seiner Verfasser ziehen lassen. Die Vorträge machen zudem deutlich, welche Impulse die Raumwahrnehmung beflügelten - angefangen von den Feldzügen Alexanders des Großen bis zu den ganz handfesten Interessen der Römer, die für die Verwaltung ihres stark angewachsenen Reiches verlässliche geographische Daten benötigten. Nicht zu vergessen die zarten Anfänge des Tourismus: Vermutlich hatten auch die Vorstellungen und Bedürfnisse antiker Reisender einen Einfluss auf die Entwicklung der Geographie.

Das vollständige Tagungsprogramm findet sich im Netz unter
http://www.altegeschichte.uni-bonn.de/kolloquiumprogramm.htm

Kontakt:
Michael Rathmann
Seminar für Alte Geschichte
Telefon: 0228/73-7389 oder 73-7338
E-Mail:
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Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana; oben mittig liegt Bonn. Die Tabula Peutingeriana stammt aus dem 13. Jh. und geht auf eine antike Vorlage aus dem 4. Jh. zurück. Die kartenähnliche Darstellung (heute in Wien) ist 34 cm hoch und 6,8 m lang. Auf 12 Pergamentblättern ist die antike Welt von Spanien bis Indien in stark gestreckter bzw. gestauchter Weise dargestellt. Leider ist das erste Blatt mit Spanien und Britannien heute verloren. Da in diese „Karte“ zum Teil noch ältere Vorlagen eingearbeitet sind (man findet u.a. noch Pompeji), gehört sie mit zu den spannendsten und ungewöhnlichsten Quellen aus der Antike.
Tabula Peutingeriana Ausschnitt
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