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Keine Todesopfer in Godavaya

Erstmals Telefonkontakt nach dem Tsunami

Erstmals seit dem Tsunami haben Wissenschaftler der Universität Bonn direkten telefonischen Kontakt nach Godavaya im Süden Sri Lankas aufnehmen können. Der Ort scheint die Katastrophe vergleichsweise glimpflich überstanden zu haben: Tote seien nicht zu beklagen; allerdings seien das Fischerdorf und mehr als 20 Boote von den Wellen komplett zerstört worden, berichtete der Abt des Klosters von Godavaya im Telefonat mit Oliver Kessler vom Institut für Vor- und Frühgeschichte.

Die Wissenschaftler des Instituts für Vor- und Frühgeschichte haben die Nachrichten aus Godavaya, wo das Institut an einer Ausgrabung beteiligt ist, mit großer Erleichterung aufgenommen. "Die Menschen dort scheinen riesiges Glück gehabt zu haben", so Oliver Kessler. Zwar hätten die Fluten das Fischerdorf und etwa 20 Boote komplett zerstört, zumindest seien aber keine Todesopfer zu beklagen. Augenscheinlich hätten die Fischer die Katastrophe rechtzeitig kommen sehen und auch die anderen Bewohner gewarnt. Die wirtschaftlichen Schäden seien allerdings immens; zudem sei die Ernte den Fluten zum Opfer gefallen.

Nach der Katastrophe waren die Telefonleitungen zusammengebrochen; Informationen aus Godavaya erreichten die Wissenschaftler lediglich per SMS. Erst Dienstag abend konnte Oliver Kessler Telefonkontakt zum Ort aufnehmen. Die Gesamtschäden beziffert Kessler nach einer vorläufigen Schätzung auf 20.000 bis 30.000 Euro. "In Anbetracht des Schadens mag sich das nach wenig anhören, aber die Konsequenzen für die Bewohner sind immens, weil ihnen die gesamte Lebensgrundlage entzogen wurde", so der Archäologe. In der Spendenaktion, die das Bonner Institut kurz nach dem Tsunami ins Leben gerufen hatte, sind inzwischen rund 10.000 Euro zusammen gekommen. Die Gelder werden zur Beseitigung der Schäden eingesetzt.

Godavaya mit seiner antiken Klosteranlage liegt teilweise auf einer kleinen Anhöhe über dem Indischen Ozean - ein Grund, warum der Ort die Katastrophe so glimpflich überstanden hat. In der Nachbarbucht in Hambantota seien dagegen zehntausend Tote zu beklagen, so der Abt des Klosters von Godavaya im Telefongespräch.


Ansprechpartner:
Oliver Kessler
Institut für Vor- und Frühgeschichte der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-7227
E-Mail:
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