Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Sections
Sie sind hier: Startseite Die Universität Informationsquellen Presseinformationen 2004 Goldfuß-Museum zeigt Zahn eines Baby-Mammuts

Goldfuß-Museum zeigt Zahn eines Baby-Mammuts

Fossil des Monats Januar stammt aus Sibirien

Passend zur winterlich-kalten Jahreszeit präsentiert das Goldfuß-Museum im Januar als Fossil des Monats den perfekt erhaltenen Stoßzahn eines zwei- bis dreijährigen Baby-Mammuts. Er stammt von einem Tier, dessen gefrorener Kadaver vermutlich nicht geborgen wurde. Der Stoßzahn wurde im Permafrostboden Sibiriens gefunden. Der Boden ist nahezu das ganze Jahr über gefroren; daher ist der Stoßzahn auch so gut erhalten.

Der Permafrostboden Sibiriens ist die meiste Zeit des Jahres bis in 1000m Tiefe gefroren. Taut er in den Sommermonaten oberflächlich auf, hinterlässt er eine sehr weiche, matschige Ebene, die die aufliegenden Kadaver in den Boden einsinken lässt. Wenn es im Winter wieder friert, ist der Körper von einer gefrorenen Schlammschicht bedeckt, die ihn vor Sauerstoff und Bakterien bewahrt, welche ihn zersetzten würden. Dieser Vorgang hat den Kadaver mitsamt den Stoßzähnen erhalten.

Elefanten-Stoßzähne sind umgewandelte Schneidezähne, die bis zu vier Meter lang werden können. Vermutlich dienten sie dem Mammut dazu, den Boden von Eis- und Schneemassen zu befreien, um an die spärliche Nahrung in Form von Gräsern, krautigen Pflanzen und Moosen zu kommen. Davon zeugen auch die Abnutzungsspuren an dem blank polierten Ende des ausgestellten Stoßzahnes. Das Mammut musste täglich etwa 150 bis 300 Kilo Nahrung zu sich nehmen, wofür es große Strecken zurücklegte. Das bekannteste Skelett eines Baby-Mammuts ist wohl das des halbjährigen Bullen Dima, das im Zoologischen Museum von St. Petersburg zu sehen ist. Wie das "Fossil des Monats" ist es perfekt durch den eisigen Einschluss erhalten. Es wurde 1977 in Sibirien gefunden. Vor circa 40.000 Jahren ist Dima in einem Schlammloch versunken und konnte sich, geschwächt von einer längeren Hungerperiode, vermutlich nicht mehr aus eigenen Kräften befreien. Diese Todesursache wurde von den Wissenschaftlern festgestellt, als sie Schlamm in Lunge und Rüssel fanden.

Das ausgestellte Stück wurde dem Museum im Jahre 1912 anlässlich seiner Neueröffnung von Helene "Ellen" Waldthausen geschenkt. Sie war eine wohlhabende Dame, die ihr Interesse den Geowissenschaften zugewandt und bereits paläontologische Exkursionen und damit zusammenhängende Veröffentlichungen finanziert hatte. Ihre Sammlungsstücke hat sie sich zusammengekauft, ohne selbst an die Fundorte gereist zu sein.

Foto zu dieser Presseinformation

Zum Download der Bilddatei in Originalauflösung bitte auf die Miniaturansicht klicken! Der Abdruck des Bildes ist kostenlos; wir bitten Sie aber, den angegebenen Bildautor zu nennen.

Ragna Redelstorff, als Studentische Hilfskraft für die Betreuung des Goldfuß-Museums zuständig, mit dem Stoßzahn des Baby-Mammuts. Im Vordergrund ein Zahn eines ausgewachsenen Tieres.

Foto: Georg Oleschinski / Uni Bonn
Artikelaktionen