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Sie sind hier: Startseite Die Universität Informationsquellen Presseinformationen 2004 Mittelalter: Japan und Westeuropa im Vergleich

Mittelalter: Japan und Westeuropa im Vergleich

Symposium an der Universität Bonn

Trotz der großen geographischen Entfernung bezeichnet man in Japan wie in Westeuropa eine bestimmte Epoche der eigenen Geschichte als "Mittelalter". Immer wieder hat die Forschung frappierende Übereinstimmungen in der politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verfassung des japanischen und des westeuropäischen Mittelalters zutage gefördert. Auf einer internationalen Konferenz an der Universität Bonn erörtern Forscher vom 15. bis zum 17. Dezember Parallelen und Unterschiede in der mittelalterlichen Geschichte Japans und Westeuropas. Die Organisatoren erwarten rund 50 Teilnehmer aus Japan, Deutschland, den USA und den Niederlanden.

Die "Mittelalter" in Japan und Westeuropa überlappen sich zwar, sie unterscheiden sich aber in ihrer Kernzeit und in ihrer Dauer. Zum japanischen Mittelalter ("chûsei") rechnet man lediglich die Zeitspanne vom 11. bis ins 16. Jahrhundert, das westeuropäische umfasst hingegen ein ganzes Millennium: Es beginnt im fünften oder sechsten Jahrhundert und erstreckt sich bis ins sechzehnte. Dennoch gibt es deutliche Parallelen: In Japan wie in Westeuropa baut das Mittelalter auf den "Trümmern" eines zentralistisch verfassten Staatswesens auf. Zugleich basieren beide Mittelalter auf den Errungenschaften des Altertums.

"Wir wollen auf der Konferenz vor allem zwei Leitfragen erörtern", erklärt der Bonner Japanologe Detlev Taranczewski. "Zum einen gehen wir der Frage nach, welche Bedeutung das Mittelalter und seine Erforschung für die moderne Gesellschaft in Japan und in Westeuropa hat. Zum anderen versuchen wir zu konkretisieren, wie ein sinnvoller und fruchtbarer Vergleich zwischen dem japanischen und dem europäischen Mittelalter aussehen könnte." Die Konferenz wird sich vor allem mit dem Problem der Machtteilung, der Machtteilhabe und der Dezentralisierung auseinandersetzen. Von der  Untersuchung dieses Problemkomplexes erwartet sich die Geschichtsforschung Einblicke in die bewegenden Kräfte des westeuropäischen wie auch des japanischen Mittelalters. Zudem sind diese Fragen angesichts der Globalisierung und der europäischen Einigung momentan hochaktuell.

Das Symposium kam durch die Kooperation der Bonner Japanologen mit der Universität Tokyo und der Nara Women's University zustande. Es wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Japan Foundation unterstützt.

Kontakt:
Detlev Taranczewski
Japanologisches Seminar der Universität Bonn
Telefon: 0228-73-7224
E-Mail:
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