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Keramik, Knochenfunde und Silbermünzen

Bonner Studis forschen in Karakorum in der Mongolei

Seit dem Jahr 2000 führen Bonner Wissenschaftler und Studierende des Instituts für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie gemeinsam mit Kollegen der Mongolischen Akademie der Wissenschaften und des Deutschen Archäologischen Instituts jährlich in zwei Sommermonaten archäologische Untersuchungen in Karakorum (Mongolei) durch. Die Ausgrabungen sollen Hinweise zur Stadtgeschichte geben. Zudem liefern die Funde Informationen über Stand und Tätigkeit der in der Stadt lebenden Bevölkerung. Jüngster Fund: Silbermünzen aus dem Orient, die auf interkontinentalen Handel schließen lassen. "Wir haben vorwiegend Keramiken und Knochen sowie Hinterlassenschaften von Metall verarbeitenden Werkstätten entdeckt", sagt Daniela Tuturuga, die in diesem Jahr erstmalig mit in der Mongolei war. "Aber auch Silbermünzen aus dem Orient fanden sich in den ältesten Siedlungsschichten des 13. Jahrhunderts, die auf einen interkontinentalen Handel schließen lassen", ergänzt Dr. Ernst Pohl, Kustos des Instituts für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie. Bereits 1948 wurde an der zentralen Straßenkreuzung in Karakorum gegraben. Im Rahmen der "Mongolisch-Deutschen Karakorum-Expedition" unter der Leitung des inzwischen verstorbenen Professor Dr. Helmut Reinhard Roth und Dr. Pohl forschten im Jahr 2000 erstmalig westliche Studierende in Karakorum. Zu den Vorarbeiten 1999 zählte die Einrichtung eines lokalen Vermessungsnetzes. Hierzu wurde das gesamte Stadtgebiet in 100 mal 100 Meter große Quadrate untergliedert, die mit Buchstabenkombinationen bezeichnet sind. Die Grabungsfläche der Bonner Studierenden und mongolischen Kollegen beträgt 20 mal 30 Meter. Jedes Team gräbt täglich von Sonnenaufgang bis zum Nachmittag auf einem fünf mal fünf Meter großen Feld, um anhand der Schichtenabfolge die damaligen Siedlungsphasen erfassen zu können. Bis zu fünf Meter Tiefe wurden dabei bereits erreicht. "Wir verständigen uns mit Händen und Füßen", sagt Astrid Schröder, eine Bonner Archäologie-Studentin, die bereits zum zweiten Mal vor Ort war. In Zehn-Zentimeter-Schritten wird der Boden abgetragen, die Profile werden dann fotografiert und anschließend gezeichnet. Die Funde werden zunächst eingemessen und dann eingetütet, bevor sie in der Fundbearbeitung gesäubert und anschließend in Datenbanken erfasst werden. Die reine Grabungsdauer beträgt jährlich acht bis neun Wochen. Mindestens bis in das Jahr 2006 sind Grabungsarbeiten der Universität Bonn in Karakorum vorgesehen. Kontakt: Dr. Ernst Pohl Kustos des Instituts für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie Telefon: 0228/73-7472 E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.] Bilder zu dieser Presseinformation Unbenanntes Dokument Zum Download der Bilddateien in Originalauflösung bitte auf die entsprechende Miniaturansicht klicken! Der Abdruck der Bilder ist kostenlos; wir bitten Sie aber, den angegebenen Bildautor zu nennen. Bildautor: Institut für vor- und frühgeschichtliche Archäologie Grabungsflaechen in der Stadtmitte von Karakorum Chinesische Keramik aus Karakorum Orientalische Silbermünze aus Karakorum.
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