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Sie sind hier: Startseite Die Universität Informationsquellen Presseinformationen 2004 Schaufensterkrankheit muss nicht zur Amputation führen

Schaufensterkrankheit muss nicht zur Amputation führen

Uni Bonn informiert Patienten über Gefäßerkrankungen



Rund 1,5 Millionen Bundesbürger leiden unter einer Verengung der Becken- oder Beinarterien. Jedes Jahr endet diese so genannte "Schaufensterkrankheit" für 35.000 Patienten in Deutschland mit einer Amputation. Am Mittwoch, 17.11., ab 17 Uhr informieren Mediziner des Universitätsklinikums Bonn im kleinen Hörsaal der Chirurgie über Diagnose und Therapie der Gefäßerkrankung. Weitere Themen sind die Volkskrankheit Krampfadern, die Erweiterung der Bauchschlagader und die Halsschlagaderverengung. Interessenten können sich im Anschluss an die vier Kurzvorträge kostenlos untersuchen lassen.

Die Verengung der Beinarterien ist ein schleichender Prozess und verläuft anfangs meist schmerzfrei. Erst später treten beim Gehen starke krampfartige Schmerzen auf, die verschwinden, sobald der Betroffene eine kurze Weile stehenbleibt. Dieser Symptomatik verdankt das Leiden auch den Namen "Schaufensterkrankheit": Um nicht aufzufallen, ruhen sich viele Patienten beispielsweise vor Schaufenstern aus und geben vor, die Auslage zu studieren. Unbehandelt geht die Durchblutung so weit zurück, dass schließlich sogar Gewebeteile absterben. Häufig sind dann Amputationen nicht mehr zu vermeiden. Gefährdet sind vor allem Raucher, Diabetiker mit schlecht eingestelltem Blutzuckerspiegel und Menschen, die wenig Sport treiben und sich ungesund ernähren. "Die Therapie zielt vor allem darauf ab, diese Risikofaktoren zu beseitigen", erklärt Dr. Gottfried Mommertz, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Universität Bonn. "Das heißt für die Patienten: Das Rauchen aufgeben oder zumindest einschränken, viel Bewegung und eine fettarme Ernährung! Diabetiker sollten zudem regelmäßig ihren Blutzuckerspiegel kontrollieren lassen." Medikamente können diese Erstmaßnahmen unterstützen; in fortgeschrittenen Stadien kann auch eine Bypass-Operation helfen.

Auch Krampfadern, die Verengung der Halsschlagader und das so genannte Aortenaneurysma - die Erweiterung der Bauchschlagader - sind häufige Gefäßerkrankungen. Die Ärzte informieren auf der Veranstaltung über Symptome und Risikofaktoren und stellen Therapiemöglichkeiten vor. Wer möchte, kann zudem im Anschluss an die Kurzvorträge eine kostenlose Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes sowie der Beindurchblutung vornehmen lassen. Das Patientensymposium endet gegen 19:30 Uhr mit einem Imbiss im Casino des chirurgischen Bettenhauses. Dort haben die Besucher auch Gelegenheit, im Gespräch mit den Referenten individuelle Fragen zu klären.

Kontakt:
Dr. Gottfried Mommertz
Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie
Tel.: 0228/287-5109
E-Mail:
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