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Patienten brauchen mehr als Medizin

Umfrage zum Sozialdienst am Universitätsklinikum

Der Sozialdienst am Universitätsklinikum Bonn hilft Patienten ihre Krankheit zu bewältigen, berät sie ihn sozialen und rechtlichen Fragen und bereitet ihre Entlassung aus dem Krankenhaus vor. Laut einer kürzlich an den Uni-Kliniken durchgeführten Umfrage hält die Mehrheit der Stationsärzte und des Pflegepersonals den Sozialdienst für sehr wichtig in der Patientenversorgung und ist mit seiner Arbeit am Klinikum zufrieden. "Sie sind froh, dass es uns gibt", sagt Jürgen Freiberg, Abteilungsleiter des Sozialdienstes.

Ein 50-jähriger Mann leidet an einer Tumorerkrankung, in deren Folge ihm der Kehlkopf entfernt wird. Der Verlust seiner Sprache stellt für ihn eine enorme Beeinträchtigung dar. "In einem solchen Fall schalten uns die Ärzte ein. Wir sorgen dafür, dass hier keine Versorgungslücke entsteht", erklärt Sozialpädagoge Jürgen Freiberg. Der Sozialdienst unterstützt den Betroffenen und seine Angehörigen bei der Bewältigung der veränderten Lebenssituation. Er organisiert für den Patienten die nötigen Hilfsmittel, vermittelt eine Sprachtherapie und stellt den Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe her. Im Zusammenhang mit der beruflichen Situation stellt der Sozialdienst die entsprechenden Anträge auf Rehabilitation oder Rente. Ein Beispiel für das vielfältige Aufgabengebiet des Sozialdienstes.

Denn Patienten haben neben dem Wunsch auf Heilung ganz unterschiedliche Sorgen: Wie geht es mit dem Beruf weiter? Wer versorgt meine Kinder? Wie kriege ich eine Reha? Wer bezahlt das alles? "Diese Alltagsprobleme stehen für viele ganz plötzlich im Raum. Die Patienten fühlen sich oft hilflos und überfordert", sagt Freiberg. Für jede Notlage findet der Sozialdienst einen individuellen Lösungsweg und entlastet somit den Patienten. Zuerst verschafft er sich ein Bild über die persönliche, familiäre und berufliche Situation des Patienten. Er berät ihn unter anderem über seine rechtlichen Möglichkeiten und handelt mit den Kostenträgern eine geeignete Rehabilitation aus. Ändert die Krankheit das Leben des Betroffenen, unterstützt der Sozialdienst ihn, sich mit seiner neuen Situation auseinander zu setzen und sein Leben neu zu gestalten. So stellt er beispielsweise den Kontakt zu einer Beratungsstelle oder Selbsthilfegruppe her. "Unsere Arbeit reduziert den so genannten Drehtüreffekt, das heißt dass ein Patient einen Rückfall erleidet, der einen erneuten Krankenhausaufenthalt erfordert", sagt Sozialpädagoge Freiberg.

Ziel der Umfrage sei gewesen genau festzustellen, wo der Sozialdienst im Klinikum steht. "Trotz des positiven Ergebnisses ist es wichtig, unsere Erreichbarkeit und den Informationsfluss zu optimieren sowie die Zusammenarbeit mit Ärzten und Pflegekräften weiter auszubauen. Denn in Zukunft kommen bedingt durch neue gesetzliche Rahmenbedingungen weitere Aufgaben hinzu, beispielsweise im Hinblick auf eine frühzeitige Entlassung", sagt Freiberg.


Ansprechpartner für die Medien:
Sozialpädagoge Jürgen Freiberg
Abteilungsleiter Sozialdienst des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-5312
E-Mail:
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Sie und ihre Kollegen helfen Patienten (v. l.): Max Benöhr, Jürgen Freiberg, Anne Bröhl-Lohmar, Josef Milz und Lilly Freimann-Riske.

Foto: Dr. Inka Väth / Uni Bonn
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