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Brüstle: \"Bedenkliche Vereinnahmung!\"

Mediziner äußert Kritik an Vertretern von Ärzteverbänden und Enquête-Kommission

Professor Dr. Oliver Brüstle hat scharfe Kritik an Vertretern aus Ärzteverbänden und der Enquête-Kommission des Bundestages geübt, die ihn heute auf einer Pressekonferenz der Umweltorganisation Greenpeace zum Widerruf eines seiner Patente aufgefordert haben. "Ich halte es für äußerst bedenklich, dass sich Repräsentanten des Marburger Bundes und der Enquête-Kommission ‚Ethik und Recht der modernen Medizin' für eine derartige Medienkampagne eines Vereins vereinnahmen lassen", so der Mediziner, der sich momentan im Ausland aufhält. "Augenscheinlich haben sich die Kritiker meines Patents gar nicht korrekt informiert."

In der Patentschrift wird ein Verfahren beschrieben, mit dem sich aus embryonalen Stammzellen gezielt Ersatzzellen für das Gehirn und das Rückenmark produzieren lassen. Greenpeace hat dagegen heute beim Deutschen Patentgericht in München Klage eingereicht. Brüstle beklagt, dass die Umwelt-Aktivisten in ihrer kampagnenartig betriebenen Aktion den Inhalt seiner Patentschrift völlig verzerrt darstellten. "Mit Gentechnik, Klonen oder gar der Herstellung von Embryonen hat das seit Jahren öffentlich bekannte Patent rein gar nichts zu tun." Der Mediziner bedauert, dass selbst Fachleute des Marburger Bundes und der Enquête-Kommission sich der Scheinargumentation von Greenpeace angeschlossen hätten.

Der Forscher warf seinen Kritikern auch ungenügende Sachkenntnis zum Stand des Verfahrens vor. So sei das Patent im Mai diesen Jahres vom Europäischen Patentamt erneut eingehend geprüft worden. Dabei hätten er und die Prüfer einvernehmlich festgehalten, dass das Verfahren sich auf bereits existierende Zelllinien beschränke und keine Zerstörung von Embryonen einschließen dürfe.  Die Erfindung war daraufhin als patentierbar erklärt worden. Auf der Web-Seite des Patentamts (http://ofi.epoline.org/view/GetDossier) sind unter der Patentnummer 98966817 alle Dokumente zu diesem Fall offen einsehbar.

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