Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Sections
Sie sind hier: Startseite Die Universität Informationsquellen Presseinformationen 2004 Universität Bonn prämiert engagierte Forscher

Universität Bonn prämiert engagierte Forscher

Eine Million Euro für neue Projekte

Die "Gießkanne" hat an der Universität Bonn ausgedient - jedenfalls wenn es um die Förderung von Forschung geht. Statt Fördergelder gleichmäßig an alle zu verteilen, hat das Rektorat bereits zum zweiten Mal ein Preisgeld von einer Million Euro für die besten Initiativen für neue gemeinsame Forschungsprojekte ausgelobt. Vier Forscherteams haben dieses Mal in dem universitätsinternen Wettbewerb das Rennen gemacht. Rektor Professor Dr. Matthias Winiger gab anlässlich der Eröffnung des akademischen Jahres 2004/2005 die Sieger bekannt.

Die ausgeschriebene Millionen-Förderung geht zur Hälfte an eine Forschungsinitiative in der Physik. Die andere Hälfte teilen sich ein Verbund aus der Mathematik, ein Team aus der Informatik und ein geisteswissenschaftliches Gemeinschaftsprojekt. Ziel der Anschubfinanzierung ist es, die geförderten Initiativen binnen 12 bis 15 Monaten in eine Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zu überführen.

Professor Dr. Manuel Drees ist Sprecher der Projektgruppe aus Physikern und Astronomen, die 500.000 Euro aus dem Fördertopf des Rektorats empfängt. Der Titel ihres Vorhabens lautet: "Dunkle Materie und Dunkle Energie: Die Zukunft des Universums." Obwohl diese geheimnisvollen Stoffe wahrscheinlich den Löwenanteil der Energiedichte des Universums ausmachen, ist ihre Natur bis heute weitgehend ungeklärt. Die Forschergruppe möchte einen Beitrag zu ihrem besseren Verständnis leisten.

Die mit 200.000 Euro geförderte interdisziplinäre Forschergruppe um den Mathematiker Professor Dr. Sergio Albeverio hat sich das Thema "Extreme Ereignisse in natürlichen und künstlichen Systemen" vorgenommen. Sie wollen die mathematischen und physikalischen Zusammenhänge ergründen, die extremen Ereignissen wie Überschwemmungen, Erdbeben oder Börsencrashs zugrunde liegen.

Ebenfalls 200.000 Euro erhält eine Gruppe um den Informatiker Professor Dr. Michael Clausen. Hinter dem Titel "Komplexe Retrieval- und Monitoringszenarien in Wissenschaft und Technik" verbirgt sich ein Projekt, bei dem es um die Entwicklung von grundlegenden Werkzeugen zum schnellen Auffinden ähnlicher Strukturen und Konstellationen in großen digitalen Datensammlungen oder -strömen geht, mit vielfältigen Anwendungen in den unterschiedlichsten Lebens- und Arbeitsbereichen.

Eine Förderung von 100.000 Euro erhält das Verbundprojekt "Religiöse Interaktion" um Sprecher Professor Dr. Michael Meyer-Blanck. Ziel der Forschergruppe ist die Erforschung von Geschichte und Gegenwart der Beziehungen zwischen Christentum, Judentum und Islam. Sie will die heutigen religiösen, politischen und kulturellen Lebenszusammenhänge und daraus resultierende Konflikte beschreiben und daraus Empfehlungen für Entscheidungsträger entwickeln.

Nicht nur die jetzt ausgezeichneten Projektvorschläge haben gute Aussichten auf Erfolg. Die Erfahrung aus der ersten Ausschreibungsrunde zeigt, dass es fast allen Antragstellern gelang, einen Weg zur Umsetzung des gemeinsam gewählten Forschungsziels zu finden. - Kein Wunder, dass das Erfolgsrezept mittlerweile von anderen Hochschulen übernommen wird.

Rektor Professor Winiger betonte den positiven Effekt, den das Preisausschreiben für die Zusammenarbeit der Wissenschaftler der Universität Bonn hat: "Der Wettbewerb fördert die Kommunikation über Fächergrenzen hinweg." Wie integrativ das Ausarbeiten von gemeinsamen Projektideen sein, beweise die Bewerberstruktur: "Erst kürzlich an die Universität Bonn berufene Wissenschaftler haben ebenso erfolgreich daran teilgenommen wie die 'alten Hasen'. Und besonders erfreulich ist die große Bandbreite der vertretenen Fächer."

Artikelaktionen