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Hochgeschwindigkeitsteststrecke in ABC-Region

Neues Hochleistungsnetzwerk für die Wissenschaft

Immer schnellere Computerverbindungenbrauchen Wissenschaftler für ihre Forschungen, immer größereBandbreiten, immer leistungsfähigere Computer. Das mit 10 MillionenEuro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierteProjekt VIOLA (Vertically Integrated Optical Testbed for LargeApplications) soll Abhilfe schaffen. An dem Highspeed-Netz ist auch dieArbeitsgruppe von Professor Dr. Peter Martini vom Institut fürInformatik der Universität Bonn maßgeblich beteiligt.

Zusammen mit dem Forschungszentrum Jülich und den Fraunhofer-Institutenin St. Augustin bildet die Universität Bonn den Kern des neuenExperimental-netzwerkes, das mit Bandbreiten von bis zu 10 Gigabit proSekunde international zur Spitzengruppe der Hochgeschwindigkeitsnetzegehört. Im Gegensatz zu dem allgemein zugänglichen World Wide Web, indem ein Computer über mehrere Relaisstationen auf Daten zugreifen mussund dabei sehr viel Zeit verliert, wird mit VIOLA fast eineDirektverbindung zwischen den Rechnern möglich - Jülich wäre also quasiim Nebenraum. So können Forscher beispielsweise Rechnerressourcen ananderen Standorten effektiv nutzen, um komplexe Operationen wie dieAuswertung und Darstellung atmosphärischer Daten durchzuführen.

An einem solchen Projekt, in dem Datensätze von 850 Gigabyteanfallen,  arbeitet zur Zeit unter anderem das ForschungszentrumJülich. "Wir brauchen ein so schnelles Netzwerk wie VIOLA, damitWetterforscher direkt auf die zentral abgespeicherten, enorm großenSimulationsdatensätze zugreifen können", so Herwig Zilken vomForschungszentrum. "Oft interessieren sich die Wissenschaftler ja nurfür bestimmte Daten, wie zum Beispiel Luftdruck. Außerdem ermöglichtdiese Vernetzung den Wissenschaftlern, gleichzeitig an verschiedenenStandorten ihre Simulationsergebnisse zu betrachten und zuinterpretieren."

Während zur Zeit nur der Raum Aachen-Bonn in diesem Netzwerk vertretenist (genauer die RWTH Aachen, das Forschungszentrum Jülich, dieUniversität Bonn, die Fraunhofer-Institute in St. Augustin, dasForschungszentrum caesar und die Fachhochschule Rhein-Sieg), wird imLaufe dieses Projektes auch Bayern mit den Universitäten Nürnberg undErlangen integriert. Zudem ermöglicht GÉANT, das europäischeForschungsnetzwerk, internationalen Datenaustausch aufHochleistungsebene.

Die Erkenntnisse aus dem VIOLA-Projekt, das unter der Federführung desDeutschen Forschungsnetzes (DFN) steht und zusammen mitIndustriepartnern wie Alcatel, Siemens und T-Systems durchgeführt wird,werden maßgeblich das zukünftige deutsche Wissenschaftsnetz prägen.

"Arbeitsgruppen der Universität, die auf ein solch schnellesNetzwerkangewiesen sind, haben heute bereits die Möglichkeit, VIOLA zu nutzen",so Wolfgang Moll vom Institut für Informatik an der Universität Bonn."Voraussichtlich im nächsten Jahr wird das BMBF neue Fördermittel fürweitere Anwendungen zur Verfügung stellen. Aber auch für nichtgeförderte Projekte ist ein Zugang ohne weiteres möglich."Interessierte Arbeitsgruppen sollten sich an Wolfgang Moll wenden.


Ansprechpartner:
Wolfgang Moll
Institut für Informatik der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-4119
Fax: 0228/73-60304

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