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Fossilien kehren heim

\"Neues Altes\" im Goldfuß-Museum der Universität

Das Institut für Paläontologie der Universität Bonn ist um zweieinhalbtausend Fossilien reicher: 25 Millionen Jahre alte fossile Pflanzen aus Rott bei Hennef sind vor wenigen Tagen in ihre alte Heimat zurückgekehrt. Ein Teil der in den 50-er Jahren an das Los Angeles County Museum of Natural History verkauften Sammlung wurde nun dem Paläontologischen Institut unentgeltlich überlassen, da die botanische Abteilung in den USA schließen musste. Die Frachtkosten übernahm die Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität Bonn (GEFFRUB).

Die Sammlung enthält ästhetisch sehr ansprechende Stücke wie beispielsweise fossile Ahorn- oder Eichenblätter und ein fast vollständig erhaltenes fossiles Seerosenblatt. Die Fundstelle Rott ist eine der bedeutendsten Tertiärfundstellen in Deutschland. Sie wird seit 180 Jahren von Bonner Forschern untersucht. Die internationale Bedeutung dieser Stelle liegt in ihrer ungeheuren Vielfalt an fossilen Pflanzen, Insekten und Säugetieren. Das Goldfuß-Museum besitzt heute die größte Sammlung aus Rott. Die Ablagerungen entstanden in einem See am Rand des Ur-Siebengebirges vor 25 Millionen Jahren in der Oligozän-Zeit. Die Funde kamen vor allem im 19. Jahrhundert durch den umfangreichen Bergbau ans Tageslicht, aber auch bis in jüngste Zeit wurden auf den inzwischen geschützten Halden zahlreiche fossile Insekten gesammelt. Die Bedeutung dieser Funde wurde auch in den USA erkannt, und so kaufte 1954 eines der größten amerikanischen Naturkundemuseen, das Los Angeles County Museum of Natural History, eine Sammlung mit ungefähr 6.500 Fossilien aus Rott, die von dem Kölner Lehrer Dr. Georg Statz vor dem zweiten Weltkrieg zusammengetragen worden waren. Darunter waren auch die 2.500 fossilen Pflanzen, die nun wieder in Bonn eingetroffen sind.
 
"Dass die Sammlung an das Paläontologische Institut der Universität Bonn geht, zeigt die Wertschätzung, die unser Institut bei den amerikanischen Kollegen genießt", sagt der Lehrstuhlinhaber Professor Dr. Wighart von Koenigswald. "Nach einer ersten Durchsicht zeigt sich, dass in der Statz-Sammlung viele schönere Stücke enthalten sind als in unserer eigenen", ergänzt Dr. Martin Sander, Kustos des Goldfuß-Museums, der zum Verpacken der kostbaren Stücke nach Los Angeles geflogen ist. Die besten Stücke werden im Oktober als "Fossilien des Monats" in einer Sondervitrine ausgestellt und damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Ansprechpartner:
PD Dr. Martin Sander
Kustos des Goldfuß-Museums Bonn
Telefon: 0228/ 73-3103
Fax: 0228/ 73-3509
E-Mail:
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Alle Fotos: Verena Breitbach / Uni Bonn

 

"Neuankömmlinge" - Rott-Fossilien im Goldfuß-Museum der Universität
Dr. Martin Sander, Kustos Goldfuß-Museum (links)

Professor Dr. Wighart von Koenigswald, Lehrstuhlinhaber
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