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Pflanze des Monats September

Die Heilige Lotusblume: das Symbol der Reinheit

Lotus-Blumen mit ihren schildförmig an langen Stielen über dem Wasser stehenden Blättern und den rosafarbenen bis gelblichen Blüten gehören zu den schönsten Wasserpflanzen. Die Lotusblumen blühen an vier verschiedenen Stellen im Botanischen Garten der Universität Bonn am Poppelsdorfer Schloss;  in den kommenden Tagen und Wochen entwickeln sie dann ihre auffallenden Früchte, die an Gießkannen erinnern und gerne in Blumengestecken Verwendung finden. Im September ist die Lotus-Blume Pflanze des Monats.

In Asien ist die Lotus-Blume eine heilige Pflanze des Buddhismus und wird gelegentlich auch landwirtschaftlich genutzt, denn die Wurzelstöcke und Samen sind essbar. Große Popularität hat Lotus durch die Arbeit des Bonner Botanikers und Direktors der Botanischen Gärten Professor Dr. Wilhelm Barthlott (Foto) und seines Teams erfahren: Die Blätter sind das Vorbild für selbstreinigende technische Oberflächen. Der "Lotus-Effekt" wird heute weltweit technisch eingesetzt.

Von der Lotus-Blume (Nelumbo nucifera Gärtn.) gibt es zwei Unterarten: Zum einen die mehr oder weniger rosa blühende asiatische Nelumbo nucifera ssp. nucifera, die wohl ursprünglich aus dem gemäßigten China kommt, von dort aber mit dem Buddhismus bis nach Indien und Südostasien verbreitet wurde. Sie gilt als die eigentliche heilige Lotus-Blume. Eingelagert in den Schlamm ausgetrockneter Teiche können ihre Samenkörner bis über 1300 Jahre keimfähig bleiben. Die zweite Unterart, die gelbe Lotus-Blume Nelumbo nucifera ssp. lutea, ist in den atlantischen USA bis nach Mexiko verbreitet.

Früher hielt man Lotus für eine rein tropische Pflanze; entsprechend wurde sie häufig nur im Warmhaus kultiviert. Die Bonner Wissenschaftler konnten zeigen, dass die Pflanze aus dem winterkalten China stammt. Es war auch schon lange bekannt, dass sie Winterkälte erträgt und in Oberitalien sogar eingebürgert ist. Somit ist es nicht überraschend, dass es in den Botanischen Gärten in Bonn gelang, seit 1991 Lotus ohne jede Heizung im Freien zu kultivieren und regelmäßig zur Blüte zu bringen.

Lotus-Blumen werden in den Botanischen Gärten im Schlossgarten und im Nutzpflanzengarten an verschiedenen Stellen gezeigt. Die größten Bestände finden sich hinter der Schlosstreppe in den beiden Rundbecken, aber auch im Lyra-Becken im Eingangsbereich des Schlossgartens.

Informationen gibt es im Internet unter www.lotus-effect.de. Hier und auf der Gartenhomepage (www.botgart.uni-bonn.de) finden sich Hinweise zur Gartenkultur von Lotus und Bezugsquellen für die Pflanzen.

Bilder zu dieser Presseinformation



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Professor Dr. Wilhelm Barthlott mit der Lotuspflanze

Foto: Botanische Gärten der Universität Bonn


Lotusblüte und -blatt

Foto: Professor Dr. Wilhelm Barthlott
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