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ULB: Zettelkatalog hat endgültig ausgedient

Elektronische Recherche unter fast 1,8 Millionen Einträgen

Mehr als 50 Jahre hat er das Bild der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn (ULB) mit geprägt und wurde von ganzen Nutzergenerationen durchblättert - nun hat er seine Schuldigkeit getan: Der große alphabetische Zettelkatalog ist komplett elektronisch erfasst, wurde endgültig abgebaut und in den Keller gestellt. Der elektronische Katalog (OPAC), seit 1990 aus Neueinträgen aufgebaut und ab 1997 durch die rückwirkende Erfassung von 700.000 Zetteln komplettiert,  ermöglicht mit fast 1,8 Millionen Einträgen vielfältige Recherche und ist rund um die Uhr weltweit zugänglich.

Vor 15 Jahren war der damalige Leiter der Universitätsbibliothek noch voller Bedenken gegen einen EDV-Katalog, der die vertrauten Karteikärtchen ersetzen sollte. Ab 1990 wurden dann an allen großen Universitätsbibliotheken in Nordrhein-Westfalen die Neuerwerbungen nur noch elektronisch katalogisiert. Was blieb, war die rückwirkende Computererfassung der vorhandenen Zettelkataloge - ein gigantisches Unternehmen, denn allein in Bonn mußten 700.000 Zettel bearbeitet werden. 1997 startete landesweit das Projekt "Retrokonversion", weitgehend vom Wissenschaftsministerium NRW finanziert und von der Universität Bonn mit zusätzlichen Mitteln gefördert. Bis zu 19 Mitarbeiterinnen der ULB waren neben ihrer laufenden Arbeit mit der Erfassung der Katalogkärtchen beschäftigt,  soweit möglich unterstützt von zahlreichen studentischen Hilfskräften. Der letzte Durchgang, die Bearbeitung der schwierigeren Fälle, konnte im Juni 2004 abgeschlossen werden.

Der elektronische Katalog (OPAC) enthält nun zusammen mit den 700.000 erfassten Kärtchen fast 1,8 Millionen  Einträge und hat die Skeptiker längst überzeugt. Nicht nur unter dem Verfassernamen wie beim Zettelkatalog, sondern auch mit Titelstichwörtern, Verlagsnamen, Erscheinungsjahr oder Schlagwörtern kann recherchiert werden. Vom heimischen Schreibtisch  oder  vom  Universitätsinstitut  aus können ULB-Bücher bestellt, vorgemerkt oder verlängert werden. Rund um die Uhr, unabhängig von den Öffnungszeiten, ist der Katalog im Internet weltweit zugänglich. "Und das wird tatsächlich genutzt, wie die OPAC-Statistik zeigt", sagt Dr. Hans Dieter Gebauer, stv. Direktor der ULB. "Offenbar arbeiten viele Studenten und Wissenschaftler in der Nacht - selbst an Feiertagen oder in der Silvesternacht gibt es keine Ruhezeiten."

Nun wurden die zuletzt noch 32 schweren Stahlschränke mit fast 1.250 Schüben des Zettelkatalogs zur Archivierung in den Keller geräumt. Der im Informationsbereich der ULB frei werdende Platz soll für zusätzliche Computerarbeitsplätze genutzt werden. Die endgültige Neugestaltung des ehemaligen 'Katalograumes' ist für den Umbau der ULB, der Ende 2006 abgeschlossen sein soll, fest eingeplant.


Ansprechpartner für die Medien:
Dr. Hans Dieter Gebauer
Universitäts- und Landesbibliothek Bonn
Telefon: 0228/73-7351
E-Mail:
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Bilder zu dieser Presseinformation

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Zuletzt waren noch 32 schwere Stahlschränke mit fast 1.250 Schüben in den Keller zu transportieren – umschichtig packte das ULB-Team kräftig an.

Fotos: Lukas Wosnitza / Uni Bonn

 
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