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Universität Bonn bei Akademie-Projekten Spitze

Zwei Drittel aller Vorhaben sind in der Bundesstadt angesiedelt

Insgesamt 14 Langzeit-Forschungsprojekte fördert die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften momentan. Allein neun davon stehen unter Federführung der Universität Bonn, ein zehntes Projekt ist zu gleichen Teilen in Münster und Bonn angesiedelt. Damit liegt die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität bei der Akademie-Förderung mit weitem Abstand an der Spitze der NRW-Hochschulen.

Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften in Düsseldorf unterhält keine eigenen Forschungsinstitute, sondern finanziert insbesondere Langzeitvorhaben, die innerhalb der üblichen Förderungszeiten anderer Geldgeber nicht zu bewältigen sind.  "Die Deutsche Forschungsgemeinschaft beispielsweise fördert maximal für zwölf Jahre", erklärt Professor Dr. Theo Kölzer. "Doch gerade in den Geisteswissenschaften sind viele Vorhaben, beispielsweise große Editionsunternehmen oder Lexika, nicht in kurzer Zeit abzuschließen." Der Bonner Historiker weiß, wovon er spricht: Zehn der derzeit 14 Projekte stammen aus den Geisteswissenschaften, allein drei davon sind im Bonner Historischen Seminar beheimatet. Die Förderung im Rahmen des Deutschen Akademienprogramms sei für derartige Projekte  geradezu lebensnotwendig.

Auch die drei jüngsten Akademieprojekte gingen nach Bonn: Das Deutsche Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE), das komplett aus Akademie-Mitteln finanziert wird, die Edition der Urkunden Kaiser Ludwigs des Frommen und die Edition des Ägyptischen Totenbuchs. Von den vier naturwissenschaftlichen Vorhaben der Akademie sind allein drei an der Universität Bonn angesiedelt - darunter die Ausgabe der Gesammelten Werke des großen jüdischen Mathematikers Felix Hausdorff, der auch in Bonn forschte und lehrte, bis ihn die Nationalsozialisten 1935 zur Emeritierung zwangen. In den beiden  anderen Projekten geht es um Diskrete Mathematik und ihre Anwendungen sowie um die großräumige Klimaänderung und ihre Bedeutung für die Umwelt.

In Deutschland gibt es sieben Akademien mit insgesamt 1.638 Mitgliedern. Bund und Länder fördern die rund 160 Projekte im Akademienprogramm mit derzeit zusammen knapp 43 Millionen Euro. Die "Union" der Akademien hat Bedingungen festgelegt, die geförderte Projekte erfüllen müssen: Danach sollen die Vorhaben von nationaler Bedeutung sein, sich durch hohe wissenschaftliche Exzellenz auszeichnen und mindestens über zehn Jahre laufen. Die Mitglieder der Akademien zählen zur nationalen Forscher-Elite: Allein der Nordrhein-Westfälischen Akademie gehören derzeit fünf Nobelpreisträger an, darunter auch der Bonner Ökonom Reinhard Selten (Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 1994).

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