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Ein fixer roter Flitzer für alle Fälle

Uni-Klinik: Notfall-Team eilt rasch zu Hilfe auf dem Venusberg



Das Universitätsklinikum stellt sich vor
Am Universitätsklinikum Bonn arbeiten viele Menschen in den unterschiedlichsten Berufen. In einer losen Folge besuchen wir einige in ihrem Wirkungskreis.



Das Notfall-Team der Chirurgischen Intensivstation ermöglicht eine sofortige Erstversorgung aller Notfälle auf dem weitläufigen Gelände und in den Kliniken des Universitätsklinikums Bonn. Allein im letzten Jahr war es 123 Mal im Einsatz - neben dem üblichen Dienst eine freiwillige Zusatzaufgabe. Sein Erkennungszeichen - der rote Ford Ka - bringt Anästhesist und Intensivpflegekraft rasch zu jedem Einsatzort. So ein klinikübergreifendes Notfall-Team, wie es seit 1998 am Bonner Klinikum besteht, ist eine Besonderheit.

Notfall-Alarm per Telefon: Die für solche Fälle speziell geschulten Pflegekräfte Christian Eeckman und Stefan Lenkeit wissen ganz genau, was jetzt zu tun ist. Ist der Einsatzort nicht innerhalb von drei bis fünf Minuten zu Fuß erreichbar, eilen sie mit dem jeweiligen Arzt über die Notausgangstreppe zum Auto des Herzalarm-Teams. Die Notfallausrüstung, die drei Mal am Tag bei jedem Schichtwechsel überprüft wird, ist mit an Bord. Mit Blaulicht bahnt sich der rote Ford Ka seinen Weg zum Hilfebedürftigen. "Jeder kennt uns und macht uns schnell den Weg frei", sagt Krankenpfleger Stefan Lenkeit, der auch Rettungsassistent ist und sich von Seiten der Pflege um die Organisation des Notfallteams kümmert.

"Wir nennen uns zwar Herzalarm-Team, aber wir gehen jedem Notruf nach, egal was vorliegt. Auf dem großen Klinikgelände braucht keiner Angst zu haben, nicht versorgt zu werden", sagt Krankenpfleger Eeckman, stellvertretende Pflegeleitung der Chirurgischen Intensivstation der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin. Das Notfall-Team kümmert sich um die Küchenhilfe, die sich in der Stationsküche in den Finger geschnitten hat, und auch um den bewusstlosen jungen Mann im Wald, der von einem Jogger gemeldet wurde. "Unser Team ist auf alles optimal vorbereitet. Der schlimmste Fall, der uns vor Ort erwarten kann, ist eine Herz-Lungen-Wiederbelebung", sagt Krankenpfleger Lenkeit. Die häufigsten Notfälle sind Atemwegsbeschwerden oder Atemstillstand, Herzrhythmusstörungen oder Herzanfälle, Ohnmachtsanfälle und Kreislaufprobleme, aber auch Verletzungen. "Wichtig bei einer Erstversorgung sind immer die Abläufe. Wir müssen die Vitalfunktion sichern und den Patienten stabilisieren", sagt Lenkeit. Bei einem akuten Atemstillstand führt das Herzalarm-Team mittels  Sauerstoffgerät über einen Beatmungsschlauch dem Betroffenen Sauerstoff zu, legt zur Überwachung ein EKG an und misst den Blutdruck. Dann wird ein Venenzugang gelegt, um Medikamente oder Flüssigkeit zuführen zu können. Ist der Patient stabilisiert, begleitet das Team ihn mit dem alarmierten Rettungswagen der Fahrbereitschaft des Universitätsklinikums oder ab 20 Uhr mit einem Rettungswagen der Stadt Bonn in die jeweilige Intensivstation und übergibt ihn dort dem zuständigen Personal.

Das Herzalarm-Team weiß seinen roten Ford Ka zu schätzen. Bis vor zwei Jahren noch mussten Arzt und Pflegekräfte der Chirurgischen Intensivstation bei Regen und Schnee zu jedem Einsatzort auf dem Gelände laufen und kamen oft erst nach zehn Minuten außer Atem dort an. "Jetzt sind wir autark und können in kürzester Zeit das komplette Klinikum versorgen. Auch müssen wir uns nicht mehr mit der Ausrüstung abschleppen. Der Notfallrucksack allein wiegt schon 35 Kilogramm, die eine Krankenpflegerin nur schwer tragen kann, und dazu kommen noch der Defibrillator und das Sauerstoffgerät", erklärt Eeckman.

Ansprechpartner für die Medien:
Klaus Ringelstein
Pflegedienstleiter der Chirurgischen Intensivstation
Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin
des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-4150
E-Mail:
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Roter Flitzer mit Pflegekräften Eeckmann (li) und Lenkeit im Einsatz.
Foto: Dr. Inka Väth / Uni Bonn
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