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\"Ein kleines Stück Unsterblichkeit\"

Stifter feilen mit am Profil der Universität Bonn

Da staunten selbst die erfolgsverwöhnten Spendensammler in Harvard und Stanford nicht schlecht: Im Frühjahr 2001 erhielt das Rensselaer Polytechnic Institute in Troy, New York, von einem unbekannten Gönner 360 Millionen Dollar - die bislang höchste Spende an ein US-College überhaupt. Zwar ist man diesseits des Atlantik weit entfernt von privaten Zuwendungen an Hochschulen in solchen Dimensionen, aber Stifter hat es auch in der Geschichte der Bonner Universität immer gegeben. In Zeiten knapper Kassen erlangen sie zunehmend an Bedeutung und feilen mit am wissenschaftlichen Profil der Hochschule.

Immer wieder in der fast 200-jährigen Geschichte der Bonner Universität konnte die Alma mater dank großzügiger Sach- und Geldspenden ihre Ausstattung und Angebote verbessern. Meist waren es nicht etwa unbekannte Industriemagnaten, sondern Menschen mit einem offensichtlichen persönlichen Bezug zur Universität oder ihren Aufgaben. So befinden sich unter den knapp zwei Dutzend Stiftungen, aus denen sich der von öffentlichen Geldern unabhängige Körperschaftshaushalt der Universität speist, eine ganze Reihe von Professoren-Nachlässen. Aber auch Privatpersonen haben die Universität mit Geldern bedacht. Andere Stiftungen wie die Konrad Redeker-Stiftung lassen die Bonner Universität an ihren Erträgen teilhaben. Die Uni Bonn darf hier Stipendiaten zur Förderung vorschlagen.

Vielfältige Gründe für eine Stiftung

Die Stiftungszwecke sind vielfältig. Eine amerikanische Professorin spendete 1967 einen Betrag für die dauerhafte Etablierung von Vorlesungen über den Philosophen Friedrich Nietzsche. Stipendien für bedürftige Chemie-Studenten vergibt die Universität seit zwanzig Jahren im Rahmen der Theodor-Leymann-Stiftung. Eine Spende zur Förderung junger Wissenschaftler aus der islamischen Welt hatte die im letzten Jahr verstorbene Islamwissenschaftlerin Annemarie Schimmel schon zu Lebzeiten der Universität anvertraut. Persönliche Betroffenheit mag sich hinter der Zweckbestimmung "für die Krebsforschung" vermuten, die gleich drei private Gönner als Nutznießer angegeben haben.

Auch das Gebäude der Elly Hölterhoff-Böcking-Stiftung an der Hauptstraße in Bad Honnef gehört seit 1899 zur Universität Bonn. In dem zunächst als Damenstift genutzten Gebäude wird heute in Kooperation mit der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ein Tagungs- und Begegnungszentrum für Physiker betrieben.

Bonn verfügt über mehr Stiftungslehrstühle als jede andere Uni in NRW

Auch die Industrie engagiert sich heute durch gezielte Spenden und feilt so mit am wissenschaftlichen Profil der Universität Bonn. Diese ist die erfolgreichste nordrhein-westfälische Universität, wenn es um die Einwerbung von Stiftungsprofessuren geht. In diesem Fördermodell finanzieren Firmen oder externe Stiftungen, darunter beispielsweise die Deutsche Telekom, die Schering AG und die Gemeinnützige Hertie-Stiftung für einen Zeitraum von in der Regel fünf Jahren einen ganzen Lehrstuhl. Viele renommierte Wissenschaftler konnten so an die Universität Bonn geholt werden, darunter der Physiker Professor Dr. Karsten Buse (Heinrich-Hertz-Stifungsprofessur/Deutsche Telekom AG) oder der bekannte Stammzellforscher Professor Dr. Oliver Brüstle (Stiftungslehrstuhl für Rekonstruktive Neurobiologie/Hertie-Stiftung).

Aber auch die persönliche Stiftungskultur hat sich bis heute fortgesetzt: So hatten im Jahr 2002 Professoren der Fachgruppe Physik/Astronomie der Universität Bonn zusammen mit der Bürgerstiftung Bonn einen Stiftungsfonds für Physik und Astronomie ins Leben gerufen. Ziel der Stiftungsinitiative ist es, Bonn als Platz für herausragende innovative physikalische Forschung zu stärken. Dies soll durch Preise, Stipendien, Stiftungsprofessuren und die Förderung von Forschungsaufenthalten an der Universität Bonn geschehen. Anfang des Sommersemesters 2004 verlieh die Stiftung erstmals einen mit 2.000 Euro dotierten Promotionspreis.

"Ein kleines Stück Unsterblichkeit"

"Viele wissen gar nicht, dass die Universität auch so etwas wie eine Dachstiftung für die Wissenschaft ist", sagt Professor Dr. Wolfgang Löwer, der als Prorektor für Planung und Finanzen auch für die gestifteten Güter der Universität zuständig ist. "Viele unserer Gönner nutzen ihre Schenkung oder Spende, um eine Sache, die sie für besonders sinnvoll halten, auf Dauer zu fördern", erklärt Professor Löwer die Motivation der Stifter und fügt hinzu: "Und natürlich erwirbt man durch eine Stiftung auch ein kleines Stück Unsterblichkeit, denn selbstverständlich hält die Universität die Namen der Stifter und ihre Absichten in Ehren!"


Ansprechpartner:
Professor Dr. Wolfgang Löwer
Prorektor für Planung und Finanzen der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-9278
E-Mail:
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