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Germanische Götter wohnen offenbar in Bonn

Universität ist in der \"germanischen Mythologie\" international Spitze

Germanische Götter haben offensichtlich ein besonderes Verhältnis zur Universität Bonn - oder zumindest die Universität zu ihnen: Vier Bonner Wissenschaftler dominieren die internationale Forschung zur germanischen Mythologie mit allein sechs neuen Büchern in den letzten beiden Jahren.

Es ist nicht neu, dass sich die Götter an der Uni Bonn wohlfühlen: Schon der erste Inhaber des germanistisch-nordistischen Lehrstuhls, Professor Dr. Karl Simrock, hatte Mitte des 19. Jahrhunderts regelmäßig Lehrveranstaltungen zur Edda und zur germanischen Mythologie angeboten. Sein Handbuch der deutschen Mythologie mit Einschluß der nordischen (Bonn 1853) war ein solcher Erfolg, dass es 1887 schon in 6. Auflage erschien. Seine Eddaübersetzung von 1851 gilt als Standardwerk, das 1988 letztmals aufgelegt wurde.

Als der jetzige Lehrstuhlinhaber Professor Dr. Rudolf Simek 1984 mit dem Lexikon der germanischen Mythologie das international erste Nachschlagewerk zu diesem Thema veröffentlichte, rührte er damit noch an ein Tabu, weil die Nationalsozialisten die germanische Mythologie und auch die Wissenschaftler in diesem Bereich vor ihren Karren gespannt hatten. Noch immer, 150 Jahre nach den Brüdern Grimm, spielt sich die Forschung zu einem guten Teil im Ausland ab - mit Ausnahme allerdings von Bonn: Im letzten Jahr hat Simek zwei Darstellungen der germanischen Religion publiziert, während Dr. Bernhard Maier, Privatdozent am religionswissenschaftlichen Seminar, ebenfalls einen Überblick aus wissenschaftshistorischer und religionswissenschaftlicher Sicht veröffentlicht hat. Darüber hinaus hat Dr. Arnulf Krause von der Skandinavistischen Abteilung des Germanistischen Seminars sowohl die Prosatexte als auch die Heldenlieder der Edda neu übersetzt. Dazu hat Professor Dr. Heiko Uecker vom selben Seminar auch noch gleich die passende Altnordische Literaturgeschichte verfasst.

Der deutsche Leser wird also von den Bonnern Forschern umfassend über jeden denkbaren Aspekt der germanischen Religion informiert. Zudem ediert der Emeritus und Simek-Vorgänger Professor Dr. Heinrich Beck mit dem "Reallexikon der germanischen Altertumskunde" (derzeit erscheint Band 26 zum Buchstaben S) das definitive Nachschlagewerk, das wirklich keine Fragen mehr offen lässt.


Ansprechpartner:
Professor Dr. Rudolf Simek
Skandinavistische Abteilung des Germanistischen Seminars an der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-9010
E-Mail:
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