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Einzigartiges Förderprogramm trägt Früchte

Neue Forschergruppe wirbt 1,5 Millionen Euro ein



Sie wollen das Licht bändigen! Für ihr ehrgeiziges Vorhaben auf dem Gebiet der Photonik haben Physiker der Universität Bonn unter Beteiligung des Forschungszentrums "caesar" jetzt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eine Förderungszusage über 1,5 Millionen Euro für zunächst drei Jahre erhalten. Die neue Forschergruppe war zunächst zwei Jahre lang im Zuge des bundesweit einmaligen universitätsinternen "Millionen-Wettbewerbs" unterstützt worden. Es ist das erste Projekt, das mit Hilfe der Anschubfinanzierung in eine externe Förderung überführt werden konnte.

Die DFG stellt der Forschergruppe Sachmittel und 9 Stellen für Nachwuchswissenschaftler zur Verfügung. Ihre Forschungsthemen werden die physikalischen Grundlagen und die Anwendungen der Bündelung und Kontrolle von Licht mit Hilfe geeigneter Materialien sein. Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt in der Physik. Mit je einem Teilprojekt tragen die Physikalische Chemie der Universität Bonn und der Bereich Nanostrukturierung beim Bonner Forschungszentrum "caesar" zu der Forschergruppe bei. Ihr Sprecher ist Professor Dr. Karsten Buse, der Inhaber der Heinrich-Hertz-Stiftungsprofessur der Deutschen Telekom AG.

"Unsere Untersuchungen bieten spannende Grundlagenphysik", sagt Professor Buse. Schnell könnten die Erkenntnisse seines Teams für Anwendungen interessant werden. "Licht kann viel mehr Information übertragen als ein elektrisches Signal. Daher haben sich beispielsweise Glasfasernetze zur Informationsübertragung durchgesetzt." Um die Fähigkeiten des Lichts besser auszuschöpfen, sei es erforderlich, optische Systeme zu miniaturisieren, wie es die Elektronik erfolgreich vorgemacht habe. Professor Buse betont aber: "Licht ist schwerer zu bändigen als Elektronen, die in Leiterbahnen geführt werden und sich mit elektrischen und magnetischen Feldern beeinflussen lassen."

Drei wesentliche Themen werden in der Forschergruppe genau studiert: Einzelne Lichtteilchen (Quanten) sollen gezielt gespeichert und manipuliert werden oder mit bestimmten Molekülen wechselwirken. Winzige metallische "Nanopartikel" werden zu Schwingungen angeregt, die die Ausbreitung des Lichts beeinflussen. Außerdem sollen Kristalle so bearbeitet werden, dass sie die Farbe von Laserstrahlen verändern können.

Im Jahr 2002 hatte das Rektorat der Universität Bonn erstmals eine Million Euro für die besten Initiativen zur Gründung neuer fachübergreifender Forschungsteams ausgelobt. Vor fast zwei Jahren hatten sich die Physiker um Professor Buse sowie ein weiteres Projekt aus der Immunologie unter zwei Dutzend Bewerbern durchgesetzt und jeweils 500.000 Euro Anschubfinanzierung erhalten.

"Unser Ziel war und ist es, mit dem Wettbewerb die innovativsten Forschungsinitiativen zu identifizieren und in eine Förderung durch die DFG zu überführen", sagt Kanzler Dr. Reinhardt Lutz. Die Förderung von so genannten Sonderforschungsbereichen und Forschergruppen durch die DFG sei wegen ihres Umfangs und ihrer Dauer besonders attraktiv. Darum sei der Wettbewerb entsprechend hart. "Zu unserem Selbstverständnis als Forschungsuniversität gehört es, den aussichtsreichsten Kandidaten in diesem Wettbewerb den Rücken zu stärken", betont Dr. Lutz.

Mittlerweile wurde das Millionen-Programm an der Universität Bonn schon zum zweiten Mal aufgelegt. Derzeit prüfen externe Gutachter die eingegangenen Bewerbungen. Zur Eröffnung des akademischen Jahres am 18. Oktober 2004 wird Rektor Professor Dr. Matthias Winiger die Gewinner bekanntgeben.

Hinweis für die Redaktionen: Bilder zu dieser Pressemitteilung finden Sie unter
www.uni-bonn.de >> Aktuelles >> Presseinformationen.


Ansprechpartner:
Professor Dr. Karsten Buse
Physikalisches Institut der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-4899
E-Mail:
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Bilder zu dieser Pressemitteilung

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Beugung eines Laserstrahls an einem Kristall mit ferroelektrischen Mikrodomänen.
(Foto: Manfred Müller, Uni Bonn)
Nickel (orange)-Chrom (braun)-Struktur auf einem Silizium-Wafer (blau) zur Kontrolle von Licht (Falschfarbendarstellung)
(Foto: M. Giersig, Forschungszentrum caesar)
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