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Trapattoni und die Germanisten

Neues Rhetorik-Buch mit alltäglichen Bezügen

"Ich habe fertig." - Dieser Ausspruch Giovanni Trapattonis ist aus der deutschen Sprache nicht mehr wegzudenken. Obwohl, oder vielleicht weil es einen Verstoß gegen die grammatikalischen Regeln darstellt, ist "Ich habe fertig." inzwischen zum geflügelten Wort geworden und hält sogar in der wissenschaftlichen Literatur der Germanistik Einzug: In einem jetzt von Professor Jürgen Fohrmann vom Germanistischen Seminar der Universität Bonn herausgegebenen Buch über Rhetorik findet sich unter anderem auch ein Artikel, der sich mit diesem berühmt gewordenen Zitat auseinandersetzt.

An einem Schalter in der Poststelle Endenich fragt eine Angestellte einen Kunden, der drei große Pakete zum Absenden fertig macht: "Haben Sie fertig?" Dieses Beispiel direkt aus dem Leben beschreibt David Martyn aus Minneapolis, früher Dozent der Germanistik in Bonn, in seinem Aufsatz "". Der ungewöhnliche Titel verweist direkt auf die übergeordnete Thematik des Textes, der sich intensiv mit Zitaten auseinandersetzt. Der letzte Satz von Trapattonis Rede von der Wiesbadener Gesellschaft für deutsche Sprache zu den 12 häufigsten Wörtern und Ausdrücken des Jahres 1998 gezählt worden; somit steht dieses Zitat exemplarisch für die Umsetzung von grammatikalischen Fehlern in die moderne Umgangssprache.

Der Aufsatz von Martyn ist soeben in einem nun vorliegenden Band unter dem Titel "Rhetorik. Figuration und Performanz" im Metzler-Verlag erschienen und dokumentiert die Ergebnisse eines Symposions mit internationaler Beteiligung, das 2002 von der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) ausgerichtet wurde. Die Texte, die sich mit Problemen aus Sprachwissenschaft und -philosophie, Literaturwissenschaft, Ethnographie und Geschichte beschäftigen, thematisieren die Rhetorik in all ihren Schattierungen: als etwa zweitausend Jahre andauerndes Verfahren, die öffentliche Rede zu organisieren und politische Wirkungen zu erzielen; als Versuch, die Kenntnisse zu ordnen und sie im Gedächtnis aufzubewahren; und auch als Wissen über Stil und Schreibverfahren, das bis heute seine Gültigkeit nicht eingebüßt hat. Dabei ist die Bonner Beteiligung an der Publikation vielfältig: Neben Prof. Eva Geulen, die über die Rhetorik der Erziehung schreibt, haben auch Daniela Gretz und Dr. Nicolas Pethes, der in Bonn eine Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe leitet, Artikel verfasst.

Ansprechpartner:
Prof. Jürgen Fohrmann
Germanistisches Seminar der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-7478
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

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