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Rückgang fiel kleiner aus als erwartet

Fast 31.000 Studierende sind derzeit in Bonn eingeschrieben

Der durch die Einführung von Langzeit-Studiengebühren bedingte Rückgang der Studierendenzahlen an der Universität Bonn ist mit rund 17 Prozent doch kleiner ausgefallen als erwartet. Mit 31.000 Studierenden bleibt die Bonner Uni unter den Top 10 der deutschen Hochschulen. Überdurchschnittliche Verluste mussten die Geisteswissenschaften hinnehmen. Geringer fiel der Rückgang in der Medizin und in den naturwissenschaftlichen Disziplinen aus.

Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität ist weiterhin eine der zehn Hochschulen mit den meisten Studierenden in Deutschland. Laut ihrer amtlichen Statistik des Sommersemesters 2004 sind derzeit 30.802 Studierenden eingeschrieben, 6.192 weniger als im letzten Sommersemester. Das entspricht einem Rückgang von 16,7 Prozent; erste Schätzungen waren von einem Schwund von mehr als 20 Prozent ausgegangen. Landesweit geht man von einem Minus von 15 Prozent aus.

Besonders viele gebührenpflichtige Studierende kehrten in Bonn den Geisteswissenschaften den Rücken zu. Die Philosophische Fakultät, traditionell zahlenstärkste Fakultät in Bonn, hält zwar auch im Sommersemester ihre Spitzenposition, schrumpfte aber von über 15.000 um fast 25 Prozent auf rund 11.500 Studierende. Klassische Lehramtsfächer wie Romanistik, Germanistik, Geschichte und Anglistik verloren teils überdurchschnittlich viele Studierende - wohl auch, weil hier keine Neueinschreibungen mehr möglich sind. Gegen den Trend wuchsen die Zahlen aber in Regionalwissenschaften Südostasien um 30 Prozent und Japan sogar um über 40 Prozent.

In ähnlichen Größenordnungen wie die Philosophische Fakultät waren die beiden theologischen Fakultäten (katholische Theologie: minus 30 Prozent, evangelische Theologie: minus 23 Prozent) sowie die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät (minus 20 Prozent) betroffen. Leichtere Rückgänge nahm die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, die zweitgrößte Bonner Fakultät, hin: Sie verlor 12,7 Prozent ihre Studierenden. Die Medizinische Fakultät nahm ein Minus von 10 Prozent hin. Lediglich die Landwirtschaftliche Fakultät verlor mit einem Rückgang von rund vier Prozent kaum Studierende.

Die Universität geht inzwischen davon aus, dass es sich bei der überwältigenden Mehrheit der rund 6.000 Exmatrikulationen um Fälle handelt, in denen das Studium nur noch "auf dem Papier" betrieben wurde. Zu nennenswerten Besucherrückgängen in den Lehrveranstaltungen der Fakultäten sei es jedenfalls nicht gekommen.

Auf die Finanzierung der Universität selbst hat der Rückgang kaum Auswirkung, da bei personenabhängigen Mittelzuweisungen schon seit Jahren nur die Studierenden innerhalb der Regelstudienzeit berücksichtigt werden. Direkt betroffen sind dagegen das Studentenwerk und die studentische Selbstverwaltung (AStA und Fachschaften), die über den Semesterbeitrag "pro Kopf" Gelder einnehmen und nun mit einem zweistelligen Rückgang zurechtkommen müssen.

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