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Krebsrisiko - Wenn der Magen sauer aufstößt

Uni-Klinik: Erstes Patientenforum zum Thema Sodbrennen

Sodbrennen ist eine zunehmende Volkskrankheit, gefördert durch Fettleibigkeit, Alkohol, Kaffee, Rauchen und Fehlernährung wie fette Speisen. Zu diesem Thema veranstalten die Chirurgische Klinik und die Medizinische Klinik I des Universitätsklinikums Bonn am Samstag, 10. Juli, von 10 bis 13 Uhr eine kostenlose Informationsveranstaltung im großen Hörsaal Chirurgie, Sigmund-Freud-Str. 25. Das Patientenforum "Sodbrennen" informiert Betroffene, Ärzte und Pressevertreter über Ursachen, Folgen und Behandlungsmöglichkeiten dieser Krankheit. Neben Vorträgen und Videodemonstrationen stehen Experten, unter anderem die Klinikdirektoren Professor Dr. Andreas Hirner und Professor Dr. Tilman Sauerbruch, allen Interessierten Rede und Antwort.

In Deutschland leidet rund jeder Fünfte mehrmals in der Woche unter Sodbrennen oder saurem Aufstoßen - typische Beschwerden der so genannten Refluxkrankheit. Der Grund ist ein unzureichender Verschluss zwischen Speiseröhre und dem Magen, häufig verursacht durch einen Zwerchfellbruch oder einen "ausgeleierten" Verschlussmechanismus. Der saure Magensaft fließt zurück in die Speiseröhre und greift die säureempfindliche Schleimhaut der Speiseröhre an. "Das ist problematisch. Es kann zu einer Entzündung der unteren Speiseröhre kommen. Da sich dadurch möglicherweise Krebsvorstufen bilden, sollte jeder solche Beschwerden ernst nehmen", sagt Dr. Dorothee Decker, Oberärztin an der Chirurgischen Universitätsklinik. Auch junge Menschen zwischen 20 bis 40 Jahren können infolge der Refluxkrankheit an einem Tumor der Speiseröhre erkranken - ein Krebs mit schlechter Prognose.

Häufig hilft es dem Betroffenen bereits, wenn er seine Lebensgewohnheiten ändert oder ein Leben lang säureblockierende Medikamente einnimmt. Doch der Verschluss leiert meist immer weiter aus. So entscheiden sich vielfach Patienten mit immer wiederkehrendem Sodbrennen oder einer Entzündung der Speiseröhre für eine Operation. Die Bonner Ärzte verschließen den Zwerchfellbruch und reparieren den ausgeleierten Verschlussmechanismus. Dazu wird die oftmals verkürzte Speiseröhre zurück in den Bauchraum gezogen und eine Magenmanschette als neuer Verschluss um den Mageneingang gelegt. Ein erneutes Hochgleiten wird so verhindert.

"Die chirurgische Behandlung der Refluxkrankheit erlebt durch die laparoskopische, minimal-invasive Operationstechnik eine Renaissance, und die Erfolgsrate ist hoch", sagt Dr. Andreas Türler, Oberarzt an der Chirurgischen Universitätsklinik. Die Operation wird ohne großen Bauchwandschnitt während einer Bauchspiegelung durchgeführt. Mit Hilfe einer Kamera sieht der Chirurg die Bauchhöhle auf einem Monitor und führt über drei weitere Zugänge mit speziellen Instrumenten die Operation durch.

Internisten und Chirurgen sehen in der medikamentösen Behandlung und in der Operation zwei aufeinander aufbauende Behandlungsmethoden. Für jeden einzelnen Patienten sollten Internisten und Chirurgen Hand in Hand die geeignete Therapie auswählen, so die Bonner Privatdozenten Decker und Türler. Das komplexe Krankheitsbild sei eine interdisziplinäre Herausforderung.

Ansprechpartner:
Direktor Professor Dr. Andreas Hirner
Oberärzte PD Dr. Dorothee Decker und PD Dr. Andreas Türler
Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-5109
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