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Georallye 2004 im Siebengebirge

Mit Bonner Forschern auf Entdeckungsreise gehen

Wie kommen Krokodile ins Siebengebirge? Gibt es dort noch Vulkanismus? Wie entstand das Gebirge überhaupt? Vor rund 380 Millionen Jahren begann die Geschichte des Siebengebirges. Nun kann man an einem einzigen Tag die Zeugnisse gewaltiger Urkräfte erleben: In Zusammenarbeit mit dem Verschönerungsverein für das Siebengebirge findet am Sonntag, 27. Juni, die dritte "Georallye" statt, bei der interessierte Besucher von Geowissenschaftlern der Universität Bonn einen einzigartigen Einblick in die faszinierende Erdgeschichte des Siebengebirges erhalten können.

Nach dem großen Zulauf der Georallyes 2002 und 2003, wobei jeweils rund 3.000 Besucher die Nordeifel erforschten, lädt die Universität Bonn in diesem Jahr zu einer Zeitreise ins Siebengebirge ein. Millionen Jahre alte Gesteine und Fossilien warten darauf, von zahlreichen Hobbyforschern entdeckt zu werden. "Die Menschen interessieren sich immer mehr für ihre Umwelt und Geschichte", freut sich der Paläontologe Professor Dr. Wighart von Koenigswald, der zusammen mit Professor Dr. Nikolaus Froitzheim (Geologie) und dem Privatdozenten Dr. Ingo Braun (Mineralogie-Petrologie) die Georallye koordiniert.

"Die Rallye bietet eine einzigartige Möglichkeit, mehr über die Welt zu erfahren, in der wir leben", sagt von Koenigswald - zum Beispiel über das benachbarte Siebengebirge, das Wissenschaftler ebenso begeistert wie Wanderer und Naturliebhaber. Das Naturschutzgebiet war vor rund 400 Millionen Jahren noch von Meer bedeckt und verdankt seine heutige Form vielen geologischen Prozessen, die von Bonner Wissenschaftlern der Paläontologie, Geologie und Mineralogie-Petrologie anhand von Vorträgen und Gesprächen an 12 Infopunkten zwischen 10 und 17 Uhr ausführlich erläutert werden.

Eines der geologischen Highlights ist zum Beispiel der Rodderberg, der vor weniger als 800 000 Jahren entstand - damit ist dieser Vulkan wesentlich jünger als seine benachbarten Brüder im Siebengebirge, die vor etwa 28 Millionen Jahren Asche und Lava spuckten. Damals traf unter dem nördlichsten Eifelvulkan eine 1000° C heiße Gesteinsschmelze mit dem Grundwasser zusammen. Das Wasser verdampfte und dehnte sich schlagartig aus - die Explosion schleuderte Magmafetzen und Gesteinstrümmer Hunderte von Metern in die Luft und hinterließ einen kreisrunden Trichter, das Rodderberg-Maar, das heute immer noch als Bodensenke sichtbar ist.

Neben dem Vulkanismus können sich die Besucher weitere Themenkreise wie die Paläontologie des Siebengebirges oder die Mineral- und Heilwässer von Bad Honnef aussuchen. Die einzelnen Infopunkte sind von nahe gelegenen Parkplätzen zu erreichen (höchstens zehn Minuten Fußmarsch). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich und die Teilnahme ist für den Mini- bis zum Seniorforscher kostenfrei; allerdings werden freiwillige Spenden für die Aktion "Ein Stuhl für Kabul" zugunsten der afghanischen Partneruniversität Bonns gerne entgegen genommen.

Wegbeschreibungen und nähere Informationen zu den einzelnen Infopunkten gibt's im Internet unter www.georallye.de.


Ansprechpartner:
Professor Dr. Wighart von Königswald
Institut für Paläontologie der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-3104
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

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