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Ein junger Pionier der Quantenphysik

Stiftung zeichnet erstmals herausragende Doktorarbeit aus



Die Stiftung für Physik und Astronomie in Bonn hat ihren ersten Promotionspreis an Dr. Stefan Kuhr vergeben. Professor Dr. Ingo Lieb, Prodekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bonn, übergab dem Physiker im Festsaal der Universität den mit 2.000 Euro dotierten Preis für seine Doktorarbeit "A controlled quantum system of individual neutral atoms". Kuhrs Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur Quantenphysik und kann als ausgesprochene Pionierarbeit angesehen werden. Professor Lieb sagte in seiner Laudatio: "Sie werden mit Ihren Arbeiten zum tieferen Verständnis der Quantenphysik beitragen."

Die Stiftung für Physik und Astronomie in Bonn wurde vor zwei Jahren unter dem Dach der Bürgerstiftung Bonn von Professoren der Universität errichtet. Ingeborg Cziudaj, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung, hob dieses Engagement der Bonner Professoren hervor: "Ohne Ihr persönliches und finanzielles Engagement wäre der bisherige Erfolg der Stiftung für Physik und Astronomie in Bonn undenkbar." Der Stiftung fehlen nur noch 9.000 Euro zur Erreichung des ersten selbstgesteckten Ziels: bis zum 30. Juni soll das Stiftungskapital die Grenze von 100.000 Euro überschreiten. Fünfzehn Stifterinnen und Stifter haben mit Geldbeträgen zwischen 500 und 10.000 Euro das Stiftungskapital aufgebracht.

Ziel der Stiftung ist es, Bonn als Platz für herausragende innovative physikalische For-schung zu stärken. "Junge, begeisterungsfähige Menschen sind das wichtigste Kapital der Forschung. Ihnen soll die Förderung durch Preise, Stipendien und Forschungsaufenthalte zugute kommen. Wir hoffen, dass wir noch viele weitere Bürgerinnen und Bürger dazu anstiften können, dieses wichtige Anliegen zu unterstützen," so Cziudaj weiter.

Als Festredner konnte die Stiftung den renommierten Tü-binger Professor Hanns Ruder gewinnen. Er erläuterte in seinem mit Spannung erwarteten Vortrag "Was Einstein noch nicht sehen konnte", wie man heute die Relativitäts-theorie und andere so genannte "relativistische Effekte" mit Hilfe des Computers "sichtbar" machen kann.

Der in Lennestadt geborene Stefan Kuhr hat sein Studium in Bonn absolviert. Bereits für seine Diplomarbeit hatte er in der Arbeitsgruppe von Professor Meschede am Institut für Angewandte Physik gearbeitet. Auch die Promotion wurde von Meschede betreut und mit Auszeichnung bewertet. Kuhr hat trotz seiner noch kurzen wissenschaftlichen Laufbahn bereits in zahlreichen hochkarätigen wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht. Derzeit setzt er seine Forschungsarbeit, unterstützt von einem Marie Curie-Stipendium, in einem der besten Labors der Welt fort: bei Professor Serge Haroche an der École Normale Supérieure in Paris.

Privat zieht es Kuhr hinaus in die Natur. Abenteuerreisen und Kanu- oder Trekkingtouren sind für ihn das richtige Kontrastprogramm zur Arbeit im Labor. Besonders in den Bann gezogen hat ihn die Wildnis von Botswana. Aber er wäre nicht durch und durch Wissenschaftler, würde er nicht auch dort ein wenig studieren: Löwen und Elefanten aus nächster Nähe! 


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