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Medizin für den ganzen Menschen

Medizinhistorisches Institut erhält Nachlass Viktor von Weizsäckers

Kann Medizin allein Naturwissenschaft sein oder muß sie auch Kultur- und Geisteswissenschaft einbeziehen, um dem ganzen Menschen gerecht zu werden? Dieser Frage widmete sich der Arzt Viktor von Weizsäcker (1886-1957)  - Onkel des Physikers und Philosophen Carl Friedrich von Weizsäcker und des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker - mit Nachdruck. Das Medizinhistorische Institut der Universität Bonn erschließt seit 2000 im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts seinen Nachlass, der eine neue Sicht auf die geistesgeschichtliche Bedeutung des Weizsäckerschen Werkes verspricht. Erleichtert wird diese Arbeit nun durch die Übernahme des Nachlasses von den Erben.

Bei dem Nachlass handelt es sich um etwa sechs laufende Meter, überwiegend Manuskripte und Notizen, Vorlesungen und Vorträge, jedoch kaum Korrespondenz. Da bei der Flucht Viktor von Weizsäckers aus Breslau Anfang 1945 nahezu alle Vorkriegsmaterialien verloren gegangen sind, stammt das Material fast ausschließlich aus der Nachkriegszeit. Darunter befindet sich auch eine noch nicht veröffentlichte Übersetzung des philosophischen Hauptwerkes von Jean-Paul Sartre, die von Weizsäcker unmittelbar nach dem Krieg angefertigt hat.

Das Medizinhistorische Institut der Universität Bonn ist eine der beiden Geschäftsstellen der Viktor-von-Weizsäcker-Gesellschaft und führt auch ihr Archiv. Deshalb wünschte Weizsäckers Tochter Cora Penselin, den Nachlass dorthin zu geben. Die 1994 begründete internationale wissenschaftliche Gesellschaft fördert die Wirkung und Weiterentwicklung des Weizsäckerschen Werkes in Lehre, Forschung und Praxis der Medizin und der Geistes- und Naturwissenschaften. Die Brüder Carl Friedrich und Richard sind Mitglieder ihres Beirates. Das Institut wird den Nachlass in seinen Räumen gesichert und unter konservatorisch unbedenklichen Bedingungen aufbewahren. Falls es sich nicht mehr in der Lage sehen sollte, den Nachlass zu verwalten, erklärt sich die Universitäts- und Landesbibliothek Bonn bereit, ihn zu übernehmen und für die Benutzung bereitzustellen.

Viktor von Weizsäckers Tochter Cora Penselin übergibt den Nachlass an das Medizinhistorische Institut, vertreten durch Prof. Dr. Heinz Schott, am Freitag, dem 28. Mai um 9 Uhr in der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn, Adenauerallee 39-41, Direktorzimmer/1. Stock.
Die Medien sind dazu herzlich eingeladen.

Ansprechpartner:
Prof. Heinz Schott
Medizinhistorisches Institut der Universität Bonn
Tel: 0228-287-5000 (Sekretariat)
Fax: 0228-287-5006
Internet:
http://www.viktor-von-weizsaecker-gesellschaft.de/

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