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Mathe von morgens um acht bis nachts um halb eins

Bonner FFF-Schüler zu Gast in den USA


Was Medizinern oder Literaten der Nobelpreis, ist Mathematikern die Fields-Medaille. Sebastian Hensel, Schüler am St. Ursula-Gymnasium in Brühl und Teilnehmer am Hochbegabten-Programm "Fördern, Fordern, Forschen" (FFF) der Universität Bonn, konnte kürzlich den Ausführungen eines leibhaftigen Fields-Medaillisten lauschen: 10 Tage lang war der 18-Jährige zu Gast am Clay Mathematics Institute in Boston, USA - und lernte dabei so berühmte Mathematiker wie William Timothy Gowers, Träger der Fields-Medaille von 1998, kennen.
 
"Als vom Clay Mathematics Institute die Anfrage kam, ob wir nicht einen exzellenten jungen Mathematik-Studenten hätten, der eventuell an einem Workshop in Boston teilnehmen wolle, haben wir sofort an Sebastian gedacht", erklärt Dr. Karl Leschinger, der das Bonner FFF-Programm koordiniert. Dabei hat Hensel, der im vergangenen Jahr mehrfach beste oder zweitbeste Mathematik-Klausuren an der Bonner Uni geschrieben hatte - als Elftklässler, wohlgemerkt -, seine Liebe zur Mathematik erst durch "Fördern, Fordern, Forschen" entdeckt: "Ich fand das Fach zwar immer interessant, hatte aber nie den Drang, mich tiefer damit zu beschäftigen. Jetzt bin ich aber sicher: Das ist es, was ich machen will." Von seinen Mitschülern am St. Ursula-Gymnasium wurde er zunächst misstrauisch beäugt: "Die dachten, wer Mathe macht, und dann noch in seiner Freizeit, der muss doch verrückt sein." Das Misstrauen habe sich aber schnell gelegt. "Inzwischen sind sogar zwei weitere aus meiner Stufe zum FFF-Programm gestoßen; sie besuchen die Physik-Vorlesung."

Wenn er von seinem USA-Aufenthalt spricht, redet er vor Begeisterung schneller: "Das hat einfach enormen Spaß gemacht. Wir haben morgens zusammen im Institut gefrühstückt, danach gab's Vorlesungen und nachmittags Workshops und Vorträge, bevor wir uns abends daran gemacht haben, in der Gruppe mathematische Aufgaben zu bearbeiten." Um halb eins seien sie dann ins Bett gefallen. Besonders positiv fand er den Austausch mit seinen elf Mitstreitern, neun jungen US-Amerikanern, einem Russen und einem Engländer. "In den Vorlesungen saßen wir sogar nur zu sechst, das schweißt natürlich zusammen." Am letzten Tag mussten alle Teilnehmer einen zwanzigminütigen Vortrag über das von ihnen bearbeitete Gebiet halten - auf englisch und vor fachkundigem Publikum. "Unsere Ergebnisse und Mitschriften sollen vielleicht sogar als Publikation erscheinen." Nach dem Abitur im Sommer 2005 will Hensel "seiner" Universität die Treue halten. "In Boston habe ich gemerkt, wie gut der Ruf der Bonner Mathematik im Ausland ist: Allen Professoren war Bonn ein Begriff."

Seit knapp drei Jahren gibt es an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität das Projekt "Fördern, Fordern, Forschen". Unter diesem Motto können Oberstufenschülerinnen und -schüler aus Bonn und Umgebung Anfängervorlesungen hören und an Übungen teilnehmen. Die erworbenen Übungsscheine werden bei Aufnahme des Studiums an den Universitäten des Landes NRW anerkannt. Auf diese Weise können die Teilnehmer ihre späteren Studienzeiten verkürzen.

Ansprechpartner:
Sebastian Hensel
Telefon: 02227/4277
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Dr. Karl Leschinger
Mathematisches Institut der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-3795
E-Mail:
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Bilder zu dieser Presseinformation

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"Mathe ist mehr als nur Rechnen": Sebastian Hensel
Foto: Frank Luerweg/Uni Bonn
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