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Gute Erfahrungen mit Internet-Klausuren

Bonner Zahnmedizinstudenten legen Klausuren am PC ab

Seit dem Sommersemester 2003 läuft der reguläre Betrieb: Statt konventionell ihre Klausuren der vorklinischen Ausbildung auf dem Papier zu schreiben, werden Zahnmedizinstudenten der Phantomkurse Zahnersatzkunde 1 und 2 an der Universität Bonn an den PC gebeten. Auf dem Gebiet der computergestützten Prüfungen nimmt die Universität landesweit und international eine Vorreiterrolle ein. Das freut die Studierenden: Die Ergebnisse liegen ihnen direkt nach Bearbeitung und Logout vor.  

Alle PCs in dem für die Internet-Klausuren genutzten Kursraum verfügen über einen Internetzugang, über den die Klausuren nach Eingabe der Matrikelnummer und eines klausurspezifischen Passworts vom Server der Betreiberfirma Enlight abgerufen werden. In zufälliger Reihenfolge erscheinen die 20 Fragen der Klausur auf dem Bildschirm. Ist die Bearbeitungszeit von 45 Minuten abgelaufen oder loggt sich der Studierende aus wird die Klausur beendet und das Ergebnis wird sofort ermittelt. Die Bearbeitung setzt keine Computerkenntnisse voraus.

"Internet-Klausuren werden von den Studierenden positiv aufgenommen", freut sich Frank-Christoph Langer, Student und Mitgestalter des Projekts in der Bonner Abteilung für Zahnärztliche Propädeutik - Experimentelle Zahnheilkunde (ZMK). Zusammen mit Dr. Hubert Roggendorf, Mitarbeiter am ZMK, hat er soeben auf Jahrestagungen der "International Association of Dental Research" in Honolulu und der "American Dental Education Assossiation" in Seattle die Ergebnisse mit der Arbeit an den Internet-Klausuren vorgestellt. Auch auf dem internationalen Parkett nimmt die Uni Bonn hier eine Vorreiterrolle ein. "Zwar nutzen auch einige andere internationale Universitäten Programme für Online-Klausuren, doch beschränken sich die Systeme überwiegend auf Klausuren mit Multiple-choice-Fragen", erklärt Roggendorf: "Damit unterscheiden sie sich nur unwesentlich von konventionellen Papierklausuren."

Die von den Zahnmedizinern der Uni Bonn genutzte Software der Firma Enlight ermöglicht neben Multiple-choice-Fragen noch fünf weitere überwiegend visuelle Fragemodi. So können beispielsweise anatomische Begriffe dem Bild eines Kiefers zugeordnet, oder Bilder nach ihrer Reihenfolge sortiert werden. Dies steigert die Effektivität der Klausuren. Nach Beantwortung der Fragen liegt das Ergebnis der Klausur sofort vor. Auch hier finden sich Vorzüge, denn das Abschneiden in verschiedenen Bereichen kann visuell dargestellt werden. Zudem erhalten die Studierenden zusätzliche Informationen über die von ihnen falsch beantworteten Fragen. Später haben sie auch die Möglichkeit, von zu Hause ihre Ergebnisse einzusehen.

Keine Chance für Schummler

Auch mit guten Computerkenntnissen ist die Online-Klausur nahezu schummelsicher. "Eine hundertprozentige Garantie kann man natürlich nie geben", gibt Langer zu bedenken, "aber Betrügen ist eigentlich unmöglich." Die Klausuren werden unter Aufsicht im Kursraum des Instituts geschrieben. Zwischen den Teilnehmern bleibt je ein Arbeitsplatz frei und die Fragen erscheinen ihnen per Zufallsgenerator in unterschiedlichen Reihenfolgen. Hat man sich einmal eingeloggt, kann die Klausur nicht mehr unterbrochen werden. Beendet der Prüfling sie nicht selbst, schließt sich die Bearbeitungsmaske nach 45 Minuten eigenständig.

Die Idee zur elektronischen Wissensabfrage hatte Dr. Ulrich Wegmann, Oberarzt in der Abteilung für Zahnärztliche Propädeutik - Experimentelle Zahnheilkunde der Universität Bonn schon vor langer Zeit. Bereits seit circa sieben Jahren sind Skripte der Zahnklinik elektronisch verfügbar. Auf einer Messe entdeckte er die schwedische Firma Enlight, die unter anderem die Online-Prüfungen für den Europäischen Computer Führerschein (ECDL) und Prüfungen im Rahmen von firmeninternen Fortbildungen großer Unternehmen durchführen. "Was  im Bereich der IT-Ausbildung möglich ist können wir auch", dachte sich der Oberarzt und entwickelte zusammen mit seinem Kollegen Dr. Roggendorf, dem Student Langer und der Software der Firma Enlight die Klausuren.

Bis zum Beginn der Vorlesungszeit im Sommersemester sollen auch Probeklausuren auf der Homepage des ZMK, http://made.meb.uni-bonn.de, veröffentlicht werden, an denen sich die Studierenden an ihren PCs zu Hause erproben können. Bisher ist dies nur mit einer einzigen Klausur möglich, damit die Teilnehmer in der Prüfungssituation mit der Maske des Programms vertraut sind. Dieses Angebot kann dann auch von Studenten und Mitarbeitern anderer Universitäten wahrgenommen werden, allerdings nach Onlineanmeldung und Zahlung eines Nutzungsentgeltes. Prof. Dr. Helmut Stark, Abteilungsdirektor des ZMK erhofft sich langfristig, mit dieser modernen Einrichtung die Uni Bonn für Schulabgänger attraktiv zu machen, wenn die ZVS ihre Kompetenzen im Bereich der Studienplatzvergabe einschränkt. Auch für andere Universitäten und Fachbereiche könnte die Internet-Klausur Vorbildfunktion übernehmen. 

Ansprechpartner:
Dr. Ulrich Wegmann
Abteilung für zahnärztliche Propädeutik - Experimentelle Zahnheilkunde
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287 2454
E-Mail:
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