Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Sections
Sie sind hier: Startseite Die Universität Informationsquellen Presseinformationen 2004 Das Universitätsklinikum stellt sich vorAm Universitätsklinikum Bonn arbeiten viele Menschen in den unterschiedlichsten Berufen. In einer losen Folge besuchen wir einige in ihrem Wirkungskreis.Der Schlaf wird wieder zu einer Erholungsphase

Das Universitätsklinikum stellt sich vorAm Universitätsklinikum Bonn arbeiten viele Menschen in den unterschiedlichsten Berufen. In einer losen Folge besuchen wir einige in ihrem Wirkungskreis.Der Schlaf wird wieder zu einer Erholungsphase

Die Arbeit eines Zivildienstleistenden im Uniklinik-Schlaflabor

Schlafbezogene Atmungsstörungen, so genannte Schlafapnoen, sind keine Seltenheit. Der Schlafende hat in der Nacht mehrmals Atemaussetzer und schnappt mit lautem Schnarchen nach Luft. Er fühlt sich am Tag todmüde und kraftlos. Das Schlaflabor-Team der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Bonn klärt, ob eine solche Schlafapnoe vorliegt. Seit rund einem halben Jahr unterstützt der 21-jährige Zivildienstleistende Christian Voss das Schlaflabor-Team:

"Ich finde die Arbeit hier im Schlaflabor viel spannender als meine Kfz-Mechanikerlehre. Als Zivi habe ich die Chance etwas ganz Neues kennen zu lernen." So interessiert er sich für die Ursachen und Zusammenhänge solcher Schlafapnoen. Die Schlundmuskulatur erschlafft im Schlaf. Durch einen Unterdruck verengen sich die Atemwege und können sich sogar ganz verschließen. Es kommt zu einem Atemstillstand und das Blut wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Das Gehirn sendet ein Notsignal aus und der Betroffene wacht kurz auf, um mit einem Schnarcher tief Luft zu holen. "Viele in meinem Freundeskreis kennen das von zu Hause. Der Vater oder die Oma schnarcht", erzählt Zivi Voss.

Auch gesunde Menschen schnarchen und halten ab und zu im Schlaf die Luft an. Kritisch wird es, wenn sich solche unbewussten Aufwachreaktionen ständig wiederholen. Sie stören dann den gesunden Schlafrhythmus und reduzieren die energietankenden Tiefschlafphasen. Der Patient ist am Tag müde, gereizt, weniger leistungsfähig und kann sich schlecht konzentrieren. In Ruhepausen und bei monotonen Tätigkeiten schläft er tagsüber rasch ein. Doch oft entschließt sich ein Betroffener erst ziemlich spät zu einem Besuch im Schlaflabor. "Hier müsste die Familie etwas sagen. Schließlich hören sie das Schnarchen jede Nacht", meint Zivi Voss. Meist sind dann auch schon Folgekrankheiten, wie Bluthochdruck und Herzkreislaufstörungen, präsent.

Beim ersten Besuch im Schlaflabor bekommt der Ratsuchende ein ambulantes Messgerät für zu Hause, das die Nachtruhe überwacht und den Sauerstoffgehalt im Blut, Schnarchgeräusche und Atmungsaktionen misst. Der Zivildienstleistende Voss erklärt dem Patienten Funktionsweise und Bedienung des Gerätes. Am nächsten Tag gibt Zivi Voss die nächtlichen Aufzeichnungen des ambulanten Gerätes in den Computer ein und macht die Akte für die Ärzte fertig. Ergeben sich auffällige Unregelmäßigkeiten im Schlafrhythmus, muss der Patient für aufwendigere Messungen zwei Nächte im Schlaflabor verbringen. In der ersten Nacht beobachtet das Schlaflaborteam zusätzlich Hirnfunktionen sowie Augen- und Beinbewegungen. Liegt dann die eindeutige Diagnose einer schlafbedingten Atmungsstörung vor, bekommt der Patient einen apparativen Atmungsunterstützer für die Nacht verschrieben. Dieser saugt Raumluft an, die dann unter Überdruck durch einen Filter in das Schlauchsystem mit Atemmaske gelangt. So wird die Verengung im Rachenraum verhindert. Für den Patienten wird in der zweiten Nacht im Schlaflabor der individuelle Druck ermittelt und das Gerät entsprechend geeicht. "Dieses Gerät ist schon eine gute Sache. Zwar müssen wir häufig Patienten überzeugen, es auch in der Nacht zu tragen. Aber es hilft ja wirklich. Viele unserer Patienten fühlen sich bald schon richtig fit", sagt Zivildienstleistende Voss.

Was er nach dem Zivildienst machen wird, weiß Zivi Voss noch nicht. Aber eins weiß er ganz genau: "Überall wird gespart. Das finde ich nicht so toll. Ohne Zivildienstleistenden oder Studenten könnten hier Engpässe entstehen."

Ansprechpartner:
Oberarzt Dr. Selçuk Tasci
Medizinische Klinik II des Universitätsklinikums Bonn
(Direktor: Professor Dr. Berndt Lüderitz)
Telefon: 0228/287-5507
E-Mail:
[Email protection active, please enable JavaScript.]

Bilder zu dieser Pressemitteilung

Zum Download der Bilddateien in Originalauflösung bitte auf die entsprechende Miniaturansicht klicken! Der Abdruck der Bilder ist kostenlos; wir bitten Sie aber, den angegebenen Bildautor zu nennen.

Zivi Voss versorgt ein ambulantes Messgerät.
Fotos: Dr. Inka Väth/UniBonn
Zivi Voss stempelt Überweisungen ab.
Artikelaktionen