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Mit einem kranken Herz geboren

Ärzte heilen herzkranke Kinder am Universitätsklinikum Bonn

 

Die Diagnose "angeborener Herzfehler" ist ein gewaltiger Schock für die Eltern. "Ich konnte es einfach nicht verstehen! Warum mein Kind? Was habe ich falsch gemacht? Aber vielleicht hat es dennoch eine Chance", sagt die betroffene Mutter R.. Hilfe bot ihr das Kompetenznetz für angeborene Herzfehler am Universitätsklinikum Bonn. Kinderkardiologen, Herzchirurgen, Anästhesisten, Neonatologen und Pränatalmediziner betreuen und behandeln herzkranke Kinder unter dem Leitgedanken "Qualität aus einer Hand" kompetent und abteilungsübergreifend.

Jedes achte von 1000 Kindern kommt mit einem Herzfehler zur Welt - eine der häufigsten Organfehlbildungen. Fast alle überleben heute durch eine Herzkatheterbehandlung oder Operation und haben gute Aussichten auf ein normales Leben. "Schon seit rund zwei Jahren bewährt sich unser Kompetenznetz und unsere Operationszahlen steigen deutlich - vor allem, weil die Eltern von unserem Konzept überzeugt sind. 2003 haben wir 170 Kinder operativ oder mittels Katheter behandelt und in diesem Jahr rechnen wir mit 200 kleinen Herzpatienten", sagt der Bonner Privatdozent Dr. Johannes Breuer, Leiter der Abteilung Kinderkardiologie am Zentrum für Kinderheilkunde des Universitätsklinikums Bonn.

Immer häufiger erkennen Ärzte heutzutage einen Herzfehler schon vor der Geburt. Die korrigierenden Eingriffe erfolgen, wenn das Herz noch keinen weiteren Schaden genommen hat und das Kind den Eingriff bereits verkraftet. Und das ist oft schon kurz nach der Geburt der Fall. "Wie kann so ein kleines Wesen das überhaupt durchstehen?", fragte sich vor gut einem Jahr noch Frau R.. Die betreuenden Bonner Kinderkardiologen führen die notwendigen Untersuchungen durch, informieren die Eltern über die Erkrankung ihres Kindes und erklären ihnen das therapeutische Vorgehen. "Dabei können Herzkatheter Operationen optimal vorbereiten oder sogar ersetzen", erklärt Kardiologe Breuer. Dabei werden beispielsweise mit Hilfe eines durch eine Pulsader bis zum Herz eingeführten Kunststoffschlauches unter anderem Gefäßstützen, so genannte Stents, eingelegt oder mit einem aufgeblasenen Ballon verengte Gefäße geweitet. Ein Kinderherzintensiv-Team - bestehend aus Herzchirurgen unter der Leitung von Professor Dr. Armin Welz, Anästhesisten und Kinderkardiologen - führt die Operationen durch.

Die Kinder kommen auf dem Venusberg in der Universitäts-Frauenklinik zur Welt. Sind die Neugeborenen nach der Behandlung ausreichend stabil, werden sie vom Perinatalzentrum in die Intensivstationen der Universitäts-Kinderklinik auf der Adenauerallee verlegt. "Bald durfte ich meine Kleine in den Armen halten. Das war ein tolles Gefühl. Schon nach bangen zwei Wochen ging es bergauf", erzählt die Betroffene R.. Neben einer Pränatal-kardiologischen Beratungsstelle stehen auch ein Mutter-Kind-Zimmer sowie ein Spielzimmer auf der kardiologischen Station bereit. Außerdem können Eltern herzkranker Kinder im Haus Bayern kostenlos übernachten.

Neben der medizinischen Kompetenz ist ein durchgängiger Behandlungsstrang mit einheitlichem Konzept das Erfolgsrezept einer optimalen Versorgung herzkranker Kinder, so Kinderkardiologe Breuer: "sDie Eltern sehen vor und nach der Geburt immer die gleichen Gesichter. Das baut ihre Ängste ab und schafft Vertrauen." Regelmäßig untersucht Dr. Breuer das Herz des jetzt 14 Monate alten Mädchens mit dem Ultraschall und ist sehr zufrieden. Mutter R. streichelt den Arm ihrer Tochter: "Im Rückblick war es körperlich und seelisch eine sehr harte Zeit. Heute bin ich glücklich. Jetzt sitzt sie vor mir und lächelt mich an."

Ansprechpartner:
Privatdozent Dr. Johannes Breuer
Leiter der Abteilung Kinderkardiologie
Zentrum für Kinderheilkunde des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-3221
E-Mail:
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Ein kleiner Patient im Herzkatheterlabor.
Foto: Uni Bonn
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