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Sie sind hier: Startseite Die Universität Informationsquellen Presseinformationen 2004 Sechs Philosophen des 14. Jahrhunderts

Sechs Philosophen des 14. Jahrhunderts

Kongress widmet sich Denkern im Paris des Spätmittelalters

Philosophische Debatten an der Pariser Universität Anfang des 14. Jahrhunderts sind Thema eines internationalen Kongresses, der vom 14. bis 17. April an der Universität Bonn stattfindet. Organisatoren sind der Bonner Philosophie-Professor Dr. Theo Kobusch und sein US-amerikanischer Kollege Professor Dr. Stephen Brown (Boston College). Der Kongress bildet den Abschluss eines Transcoop-Projektes, das von den beiden Veranstaltern seit 2001 in Kooperation durchgeführt und auf deutscher Seite von der Alexander von Humboldt-Stiftung, auf amerikanischer Seite von der Bradley-Foundation finanziert wird.

Der Kongress stellt besonders sechs Philosophen und Theologen in den Mittelpunkt, die in den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts an der Universität Paris gewirkt haben, die zu jener Zeit das intellektuelle Zentrum der Abendlandes war. Während die Bedeutung von Duns Scotus und Meister Eckhart für die Entwicklung der mittelalterlichen Philosophie unbestritten ist und beide Denker auch schon seit langem intensiv erforscht werden, haben Autoren wie Walter Burley, Durandus von St. Pourçain, Hervaeus Natalis und Petrus Aureoli in der mediävistischen Forschung bislang nur wenig Beachtung gefunden.

So werden etwa Durandus und Petrus Aureoli immer wieder als Vorläufer und Wegbereiter des Nominalismus genannt, wie er im 14. Jahrhundert vor allem von Wilhelm von Ockham vertreten wurde. Über die genaue Beurteilung ihrer Leistungen sind sich die Philosophiehistoriker jedoch uneins. Der Kongress, an dem namhafte Gelehrte aus Europa und den USA teilnehmen, möchte dazu anregen, die Bedeutung der genannten sechs Autoren für die mittelalterliche Philosophie neu zu bedenken.

Das Themenspektrum reicht von der Theologie, der Metaphysik und der Naturphilosophie über die Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie bis hin zur Logik und Semantik. So spielt etwa der Begriff der "Intentionalität", einer der Grundbegriffe der heutigen Philosophie des Geistes, schon bei Hervaeus Natalis und anderen Denkern zu Beginn des 14. Jahrhunderts eine wichtige Rolle. Auch zwischen der Logik und Semantik dieser Zeit und manchen Diskussionen in der Gegenwartsphilosophie lassen sich interessante und überraschende Parallelen ziehen; eine Beschäftigung mit der Philosophie des frühen 14. Jahrhunderts ist daher nicht nur von historischem Interesse.

Weitere Informationen gibt's im Internet unter www.philosophie.uni-bonn.de/lfb2

Ansprechpartner für die Medien:
Thomas Dewender
Philosophisches Seminar der Universität Bonn, Lehr-und Forschungsbereich II
Telefon: 0228/73-7594
E-Mail:
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