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\"Würfeln\" für eine bessere Regen-Vorhersage

Verbundprojekt soll bessere Modelle entwickeln

April, April, der weiß nicht, was er will: Passend zu Beginn des in Puncto Wetter sprichwörtlich unberechenbaren Monats fällt am kommenden Montag, 5.4., an der Universität Bonn der Startschuss zu einem meteorologischen Verbundprojekt. Ziel der "Wetterfrösche" aus Universitäten und Großforschungseinrichtungen in ganz Deutschland: Die Vorhersage von Niederschlägen deutlich zu verbessern. Das Schwerpunktprogramm mit seinen insgesamt 22 Teilprojekten wird in Bonn koordiniert; die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert es für sechs Jahre.

"Unser Ziel ist es, die Niederschlagswahrscheinlichkeit und -menge über einen möglichst langen Zeitraum vorherzusagen", erklärt der Sprecher des Verbundprojekts Professor Dr. Andreas Hense. "Dazu wollen wir unter anderem die Daten von Satelliten oder dem Radar-Verbundnetz des Deutschen Wetterdienstes besser nutzen und die darin vorhandene Information möglichst vollständig herauskitzeln."

Ein wichtiges Instrument ist die Entwicklung von neuen und besseren Vorhersagemodellen. Ohne Computer läuft dabei in der modernen Wetterforschung nichts mehr: "Wir füttern unsere Rechner mit etwas unterschiedlichen Ausgangswerten und lassen sie daraus bis zu  hundert Mal eine Vorhersage erstellen. Die Modelle werden dann schrittweise verfeinert, bis der Trend  aus der Summe der Einzelergebnissen möglichst gut mit der reellen Wetterentwicklung übereinstimmt." "Monte-Carlo-Verfahren" nennt Professor Hense diese Methode: "Das ist wie bei einem Würfelspiel, nur dass unser Würfel mehr als eine Milliarde Seiten hat."

Der Meteorologe versucht sich an globalen Modellen mit einer Maschenweite von 50 Kilometern und einem Vorhersage-Horizont von fünf Tagen. Damit wären Aussagen möglich wie "am Freitag wird es im Münsterland regnen, in der Kölner Bucht bleibt es aber trocken." Andere Projekte werden eine feinere räumliche Differenzierung erlauben. Dabei setzen die Wissenschaftler vor allem auf die Daten des Radarverbundnetzes. Wie sich aus ihnen der aktuelle Verlauf einer Regenfront ablesen lässt, ist allabendlich in der Wettervorhersage am Fernsehen zu bewundern. Noch gibt es aber keine mathematischen Modelle, die aus den Radar-Daten eine sichere Projektion über mehrere Tage erstellen können.


Ziel des DFG-Förderinstruments "Schwerpunktprogramme" ist es, Wissenschaftler unterschiedlicher Forschungseinrichtungen und -felder im Rahmen eines thematisch definierten Projektes zusammenzuführen und zu unterstützen. Das in Bonn koordinierte Projekt setzte sich bei der Förderorganisation in einem harten Wettbewerb durch. Nur 12 von 58 eingereichten Vorschlägen kamen zum Zuge.


Ansprechpartner:
Professor Dr. Hense
Meteorologisches Institut der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-5184
E-Mail:
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