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Stammzellforscher präsentieren Ergebnisse

Internationaler Kongress mit öffentlicher Abendveranstaltung

Stammzellen, aus denen sich Ersatz für abgestorbenes oder defektes Gewebe züchten lässt, sind hoch gehandelte Hoffnungsträger der Medizin. Wissenschaftler aus aller Welt stellen am 1. und 2. April in der Stadthalle Bad Godesberg ihre Ergebnisse aus der Arbeit mit adulten und embryonalen Stammzellen vor. Eine öffentliche Abendveranstaltung am Freitag, 2. April, ab 19.15 Uhr bietet auch Laien die Möglichkeit, mit Experten aus Medizin, Ethik und Recht über Chancen und Risiken dieses neuen Forschungsfeldes zu diskutieren. Veranstalter des Kongresses ist das Kompetenznetzwerk Stammzellforschung NRW; an der Planung und Durchführung sind unter anderem das Institut für Wissenschaft und Ethik (IWE) sowie das Institut für Rekonstruktive Neurobiologie der Universität Bonn beteiligt.

Jede Körperzelle enthält das identische genetische Programm. Theoretisch kann sie sich daher in jede der vielen Gewebeformen entwickeln, die im Körper existieren - seien es Knorpel, Muskeln oder Nerven. In der Praxis sieht das leider anders aus: Hat sich eine Zelle erst einmal differenziert, also beispielsweise zu einer Hautzelle entwickelt, werden bestimmte Erbanlagen "abgeschaltet". Selbst im Labor ist es heute bislang nur sehr eingeschränkt möglich, eine solche Zelle "umzuprogrammieren" und daraus beliebiges Ersatzgewebe zu züchten. Das ist aber genau das, was die Mediziner wollen: So gehen bei manchen Gehirnkrankheiten massenweise Nervenzellen zugrunde und können vom Körper nicht nachgebildet werden. Wie schön wäre es da, in der Petrischale Ersatzgewebe heranzüchten zu können und damit den Schaden zu reparieren.

Mit Stammzellen, so die Hoffnung, ließe sich dieses Kunststück vielleicht bewerkstelligen. Denn diese Zellen, die sich noch nicht in einen bestimmten Gewebetyp entwickelt haben, sind noch formbar. Gerade die menschlichen embryonalen Stammzellen (ES-Zellen) sind aber ethisch umstritten, da sie in einem sehr frühen Stadium aus Embryonen gewonnen werden. Dementsprechend ist in Deutschland die Arbeit mit ES-Zellen nur in hochrangigen Forschungsprojekten erlaubt. Die Wissenschaftler werden auf dem Kongress vor allem Ergebnisse mit adulten und embryonalen Stammzellen vorstellen und dabei auch rechtliche und ethische Aspekte der Stammzellforschung diskutieren. Die öffentliche Abendveranstaltung "Stammzellforschung: Hoffnungen und Perspektiven der Biotechnologie" wird von NRW-Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft eröffnet; sie richtet sich ausdrücklich auch an ein fachfremdes Publikum.

Das Kompetenznetzwerk Stammzellforschung NRW geht auf eine Initiative des Ministeriums für Wissenschaft und Forschung Nordrhein-Westfalen zurück. Es soll die Projekte in diesem Bereich bündeln und den Austausch von Ergebnissen fördern. Das Kompetenznetzwerk besteht aus einer biomedizinischen und einer ethisch-rechtlich-sozialwissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft, deren Sprecher der Bonner Philosophie-Professor und IWE-Direktor Ludger Honnefelder ist. Professor Honnefelder ist auch Vorstandsmitglied des Kompetenznetzwerks.

Weitere Informationen zum Kongress sowie das komplette Programm gibt es im Netz unter http://www.kongress.stammzellen.nrw.de.


Ansprechpartner:
Kompetenznetzwerk Stammzellforschung NRW
Geschäftsstelle
Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes NRW
Tel.: 0211/896-4043
Fax: 0211/896-4050
E-Mail:
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