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PCB in Universitätsgebäude entdeckt

Sofortmaßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter

 

Im Universitätsgebäude an der Römerstraße 164, dem Allgemeinen Verfügungszentrum (AVZ) III, ist bei Untersuchungen der Raumluft die Chemikalie PCB entdeckt worden. Die Universitätsverwaltung hat heute in einer Versammlung die betroffenen Mitarbeiter über die Ergebnisse informiert und die Sofortmaßnahmen erläutert, mit denen etwaige Gesundheitsgefahren ausgeräumt werden sollen. Mit dem Vermieter des Gebäudes, dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB), hat die Universität vereinbart, dass alle Schadstoffquellen rasch aufgespürt und beseitigt werden.

Die Universität Bonn mietet seit 2001 alle Gebäude, die ihr nicht selbst gehören, vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB), so auch das betroffene Hochhaus an der Römerstraße, das in den 70-er Jahren für die damalige Pädagogische Hochschule (PH) errichtet wurde. Laut Erkenntnissen des TÜV Rheinland stammt das jetzt entdeckte PCB aus Dichtungsmassen in Fugen zwischen Böden, Wänden, Säulen und Fenstern. Die Abkürzung PCB steht für "polychlorierte Biphenyle", eine Klasse von chlorhaltigen Kohlenwasserstoffen, die in bestimmten Konzentrationen als gesundheitsgefährdend gelten. PCB wurden früher als Weichmacher für Lacke, Klebstoffe und andere Baustoffe eingesetzt. Seit den 80-er Jahren ist die Herstellung in Deutschland verboten.

Alle in der ehemaligen PH gemessenen PCB-Mengen liegen mit Ausnahme der Bibliothek unter dem sogenannten "Vorsorgewert" von 3.000 Nanogramm pro Kubikmeter, aber oberhalb des Grenzwerts von 300 ng/m3, den die PCB-Richtlinie von Nordrhein-Westfalen als "dauerhaft unproblematisch" einstuft. Werte bis 3.000 ng/m3 erfordern nach der Richtlinie zwar keine Sofortmaßnahmen, aber die rasche Aufdeckung der Schadstoffquellen und ihre Beseitigung.

Sofortmaßnahmen eingeleitet

In einer Bibliothek des Gebäudes wurde ein PCB-Wert von 3.025 ng/m3 gemessen - es besteht also Handlungsbedarf. Der BLB wird umgehend mit der Sanierung des Raums beginnen; zunächst sollen Apparate zur Luftreinigung eingesetzt und später die PCB-haltigen Dichtungsmassen ausgetauscht werden.

In den übrigen Räumen kann die PCB-Konzentration laut TÜV durch regelmäßiges (Stoß-) Lüften und häufigeres Reinigen deutlich gesenkt werden. PCB lagern sich nämlich häufig an Staubpartikel an und gelangen über diese Vehikel in den Organismus. Für die zusätzliche Reinigung rechnet die Universität mit jährlichen Mehrkosten von rund 30.000 Euro.

"Wir nehmen die ermittelte Schadstoffbelastung sehr ernst," sagt die Technikdezernentin und Vertreterin des Uni-Kanzlers, Kristina Kornmesser. "Aus den gemessenen Werten lässt sich zwar keine unmittelbare Gefahr für unsere Mitarbeiter ableiten, jedoch muss nun sofort gehandelt werden." Mit Erleichterung habe die Universitätsleitung zur Kenntnis genommen, dass bei den Untersuchungen von 72 weiteren Universitätsgebäuden aus den einschlägigen Baujahren keine PCB gefunden wurden.

Betriebsärztin Dr. Elisabeth Gogolin sieht für die betroffenen Uni-Mitarbeiter keine unmittelbare Gefahr, wenn die vorgeschlagenen Lüftungs- und Reinigungsmaßnahmen gewissenhaft durchgeführt werden: "95 Prozent der PCB-Menge, die sich im menschlichen Körper findet, gelangt dorthin über die Nahrung, vor allem durch den Verzehr von fettreichem Fisch und Fleisch. Der Mensch nimmt PCB dagegen kaum über die Luft auf." Insgesamt sei die PCB-Belastung in den letzten Jahren deutlich gesunken, was auf das Verbot der Substanz zurückzuführen sei.


Ansprechpartnerin für technisch-bauliche Fragen:
Petra Rinnenburger
Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW
Niederlassung Bonn
Telefon: 0228/73-7060
E-Mail:
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