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Wenn im Alter die Sehkraft bedroht ist

Patientensymposium zur Makuladegeneration des Auges

In westlichen Industrieländern ist die altersabhängige Makuladegeneration, kurz AMD, häufigste Ursache für eine erhebliche Sehbehinderung im Alter. Die Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn und die Selbsthilfeorganisation Pro Retina e.V. möchten Betroffene, Angehörige und die Allgemeinheit über Hintergründe und Behandlungsmöglichkeiten der Augenkrankheit AMD aufklären. Dazu laden sie am 3. April von 9.30 bis 13 Uhr interessierte Öffentlichkeit und Medienvertreter zu einem Patientensymposium in der Aula der Universität Bonn, Regina-Pacis-Weg 3, ein. Die Teilnahme ist kostenlos.

Allein in Deutschland leiden zwei Millionen Menschen an der Augenkrankheit AMD. Risikofaktoren neben dem Alter sind unter anderem Bluthochdruck, Vitaminmangel und Rauchen. Bei jedem Vierten über 50 Jahre zeigen sich bereits Veränderungen in der Makula. Diese liegt im Zentrum der Netzhaut und beinhaltet mit Millionen zapfenförmiger Sehzellen den Punkt des schärfsten Sehens. Sie ist auch zuständig für unser Farbsehen. Bei AMD bekommen diese Sehzellen aber nicht mehr ausreichend Nährstoffe. "Durch Stoffwechselmüll bilden sich unter der Netzhaut Ablagerungen und Zellen gehen zugrunde. Als Reaktion auf die Ablagerungen wachsen abnorme Blutgefäße, aus denen Blut und Flüssigkeit in die Netzhaut gelangen", erklärt Professor Dr. Frank Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik. Ein Mensch mit AMD sieht verzerrte Bilder und schließlich einen grauen Fleck im zentralen Gesichtsfeld. Er kann Gesichter nicht mehr deutlich erkennen und seine Lesefähigkeit verlieren. Dadurch fällt es ihm immer schwerer, seinen Alltag zu bewältigen und sein Leben selbständig zu führen.

Gerade bei der aggressiven AMD-Variante ist eine frühzeitige Behandlung wichtig, um das Fortschreiten der Sehbehinderung aufzuhalten. Ein "heißer" Laserstrahl verödet die schädigenden Blutgefäße. "Bei dieser sogenannten Laserkoagulation wird jedoch auch gesundes Netzhautgewebe zerstört. Eine Lösung dieses Problems bietet die Photodynamische Therapie", sagt Professor Holz. Ein lichtempfindlicher Farbstoff, eingespritzt in eine Armvene, reichert sich über den Blutkreislauf in den abnormen Blutgefäßen an. Ein "kalter" Laserstrahl aktiviert dort den Farbstoff, der dann nur die krankhaften, undichten Blutgefäße angreift und verschließt.

Neue Behandlungsansätze umfassen sowohl Medikamente, die die Gefäßneubildung hemmen, als auch chirurgische Verfahren. "In jedem Fall ist die kompetente Anpassung von optischen und elektronischen Sehhilfen und andere Rehabilitationsmaßnahmen wichtig", konstatiert Professor Holz. Von enormer Bedeutung sind ebenfalls beratende Patientenorganisationen, die die Betroffenen unterstützen, ihre Seheinschränkung im Alter zu bewältigen.

Auf dem Patientensymposium beantworten Referenten alle wichtigen Fragen rund um AMD, wie beispielsweise: "Welche Therapiemöglichkeiten gibt es und was bringt die Zukunft?", "Welche Rolle spielen Ernährung und Vitamine?" oder "Graue Staroperation bei AMD?". Nach den Vorträgen und einem kleinen Imbiss zeigen zahlreiche Aussteller an Informationsständen, was der Markt so bietet. In der Hilfsmittelausstellung können die Besucher die verschiedensten Sehhilfen auch selbst testen.

Ansprechpartner:
Professor Dr. Frank Holz
Direktor der Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-5647
E-Mail:
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