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Sie sind hier: Startseite Die Universität Informationsquellen Presseinformationen 2004 Alle Jahre wieder fliegen quälende Blütenpollen

Alle Jahre wieder fliegen quälende Blütenpollen

Heuschnupfengeplagte finden Hilfe am Universitätsklinikum

Peinigende Frühlingsvorboten - die Augen tränen und die Nase läuft. Schon im Februar, wenn Haselnuss und Ulme blühen, nimmt Heuschnupfen vielen Menschen jegliche Freude auf den Frühling. "Was kann ich aber gegen Heuschnupfen tun?" Die Allergiesprechstunde an der Hals-Nasen-Ohren-Klinik des Universitätsklinikums Bonn hilft Heuschnupfenpatienten jeden Donnerstag von 13 bis 15 Uhr.

Rund jeder Fünfte in Deutschland leidet unter Heuschnupfen. Diese so genannte Pollinose ist eine von Baum-, Gräser- und Kräuterpollen ausgelöste allergische Reaktion der Schleimhäute. Die Nase läuft, juckt und es kommt zu Niesattacken. Die geschwollenen Augen jucken und tränen. Gerade auf Birkenpollen reagieren viele Menschen empfindlich. So hat Heuschnupfen im April, wenn die Birke blüht, seinen Höhepunkt. Ferner leiden einige Betroffene im Sommer und Herbst unter Heuschnupfen. Und es werden immer mehr. "Die Pollinose tritt plötzlich im Laufe des Lebens auf. Sie spielt aber auch bei Kindern eine immer größere Rolle", sagt Professor Dr. Friedrich Bootz, Direktor der Hals-Nasen-Ohren-Universitätsklinik.

Da Hausstaubmilben ähnliche Symptome auslösen, ist eine korrekte Diagnose durch einen Facharzt unbedingt erforderlich. Ein nicht behandelter Heuschnupfen birgt die Gefahr eines allergischen Asthmas. In der Bonner Allergiesprechstunde entlarven die Ärzte mit einem Allergietest zunächst den Übeltäter, der die Pollinose verursacht, und stellen für den Heuschnupfenpatienten einen individuellen Therapieplan auf. "Das beste Mittel gegen Heuschnupfen ist, das Allergen zu meiden. Aber natürlich kann der Betroffene sich nicht ständig während der Pollenflugsaison im Haus aufhalten. In der Autolüftung eingebaute Pollenfilter und auch der Pollenflugdienst sind hilfreich", sagt Professor Bootz. Gegen geschwollene und tränende Augen kann der Betroffene nach Bedarf antiallergische Augentropfen anwenden. Bei starken und akuten Nasenbeschwerden helfen so genannte Antihistaminika schnell. Einige dieser antiallergischen Tabletten können den Patienten jedoch müde machen. Cortisonhaltige Nasensprays eignen sich für eine konsequente Langzeitanwendung und sind gut verträglich. "Die Cortison-Angst ist bei den modernen Präparaten unnötig, denn das Cortison ist an riesige Zuckermoleküle gebunden und kann so nicht in den Blutkreislauf gelangen. Es gibt also keine Cortison-üblichen Nebenwirkungen", erklärt Dr. Markus Bücheler, Oberarzt an der Hals-Nasen-Ohren-Klinik.

Ist ein Heuschnupfengeplagter beispielsweise nur gegenüber Birkepollen allergisch, dann hat er eine gute Chance, mit der so genannten Hyposensibilisierung die Pollinose zu besiegen. "Reagiert er aber auf mehrere Pollen überempfindlich, macht eine solche Therapie weniger Sinn", erklärt Professor Bootz. Über vier Monate geben die Ärzte dem Betroffenen das Allergen in langsam steigender Dosierung. So gewöhnt sich der Körper an die Substanz und reagiert wieder normal auf den Blütenpollen. Diese Therapie, die zwei bis drei Jahre hintereinander durchgeführt wird, ist nur sechs Monate, bevor das Allergen auftritt, zweckmäßig. Oberarzt Bücheler rät: "Menschen, die übrigens gegen Bienen- oder Wespenstiche allergisch sind, sollten jetzt zu ihrem Schutz eine Hyposensibilisisierung vornehmen ."

Ansprechpartner:
Professor Dr. Friedrich Bootz
Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde/Chirurgie
des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-5552
E-Mail:
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