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Umverteilung von Stellen soll das Profil schärfen

Rektorat legt Bericht zum Hochschulkonzept 2010 vor

Einen Bericht zum so genannten "Hochschulkonzept 2010" hat jetzt das Rektorat der Universität Bonn dem Ministerium für Wissenschaft und Forschung in Düsseldorf vorgelegt. Das Bonner Strategiepapier legt dar, wie aus Sicht der Hochschulleitung durch die Umverteilung von Professoren- und Mitarbeiter-Stellen das wissenschaftliche Profil der Universität noch weiter geschärft werden kann. Insgesamt hat das Rektorat rund 40 Stellen identifiziert, die im Rahmen des Konzepts die anerkannten wissenschaftlichen Schwerpunkte der Bonner Universität stärken sollen.

Im vergangenen Spätsommer hatte die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft die Hochschulen des Landes aufgefordert, Konzepte für eine Umverteilung von Stellen einzureichen, die in ein landesweites "Hochschulkonzept 2010" münden sollen. Dabei hatte das Ministerium bereits eigene Vorstellungen mitgeteilt. Insbesondere solche Fächer sollten danach Stellen abgeben, die aus Sicht des Ministeriums derzeit unterausgelastet sind oder deren Absolventen auf dem Arbeitsmarkt schlechte Vermittlungsaussichten haben.

Unter Hochdruck hatte eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prorektorin Professor Dr. Christa E. Müller Vorstellungen für das Rektorat entwickelt. Als Leitlinie diente dabei das Leitbild, das sich die Universität schon 1998 als "international operierende Forschungsuniversität" mit definierten wissenschaftlichen Schwerpunkten gegeben hatte. Die Umverteilung soll nun dieses Profil noch weiter schärfen. Sämtliche Lehr- und Forschungsbereiche der Universität kamen vor diesem Hintergrund auf den Prüfstand. Eine Ausnahme bildeten dabei lediglich die Medizin und die Theologien, für die andere hochschulpolitische Rahmenbedingungen gelten.

Insgesamt hat das Rektorat rund 40 Stellen zur Verlagerung vorgesehen. Diese Stellen sollen unter anderem die interdisziplinären Zentren der Universität stärken. So wird das fakultätsübergreifende LIMES-Zentrum (Life and Medical Sciences) Verstärkung erhalten, das sich in der Forschung und mit dem neuen Studiengang Molekulare Biomedizin auch in der Lehre einen Namen gemacht hat. Weitere Aufnahmebereiche sind das Centrum für Molekulare Biotechnologie (Cembio), das Bonner Forum Biomedizin, die Verbundprojekte in den Geowissenschaften, der Bereich Wissenschaft und Ethik, das Asienzentrum und der Bereich Makroökonomie. Die Landwirtschaftliche Fakultät wird beim Auf- und Ausbau einer Kooperation mit der Universität Wageningen in den Niederlanden unterstützt. Ein weiteres Stellenkontingent wird das Rektorat für neue Sonderforschungsbereiche und Forschergruppen reservieren.

Zu den identifizierten Abgabebereichen gehören die vom Wissenschaftsministerium als "unterausgelastet" bezeichneten Fächer wie die Agrarwissenschaft, die Slavistik, die Geodäsie und die Mineralogie. Auch die naturwissenschaftlichen Fächer Biologie, Chemie, Physik/Astronomie und Informatik sollen entweder Stellen abgeben oder zumindest eine Verlagerung in andere Profilbereiche der Universität hinnehmen.

Bis auf die Erziehungswissenschaft und die Slavistik sollen nach dem Rektoratsbeschluss alle von Abgaben betroffenen Lehr- und Forschungsbereiche voll funktionsfähig erhalten bleiben. Die Erziehungswissenschaft verliert mit dem Wegfall der Lehrerausbildung in Bonn nach 2008 ihre Existenzgrundlage, die Slavistik wird zukünftig die Osteuropa-Kompetenz anderer Bereiche der Philosophischen Fakultät verstärken.

"Uns war wichtig, allen Fachbereichen die Chance zu geben, ihre Leistungen möglichst realitätsnah darzustellen", sagt Professorin Müller. Darum habe die Arbeitsgruppe ein komplexes und differenziertes System von Kriterien zur Leistungsbeurteilung entwickelt, das sich am Leitbild der Universität orientiert. "Allein die Zahl der Absolventen eines Fachbereichs und seine eingeworbenen Drittmittel zu messen, wie es das Ministerium in seiner Vorgabe getan hat, reicht nicht, um ein realistisches Bild von seiner Qualität zu erhalten." Nach intensiven Diskussionen, in die die Dekane der betroffenen Fakultäten immer wieder einbezogen worden seien, habe sich schließlich das nun vorgelegte Konzept abgezeichnet.

Bislang unberücksichtigt blieben bei den nun vorliegenden Überlegungen jene 23 Stellen, die der Finanzminister von der Bonner Universität als Folge der Verlängerung der Wochenarbeitszeit für Beamte fordert.

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