Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Sections
Sie sind hier: Startseite Die Universität Informationsquellen Presseinformationen 2004 Jetzt geht es dem Speck an den Kragen

Jetzt geht es dem Speck an den Kragen

Magenband-Operationen am Universitätsklinikum Bonn

In Deutschland sind immer mehr Menschen krankhaft übergewichtig. Aber nur etwa jeder Zehnte hat im Kampf gegen seine gefährlichen Pfunde mit herkömmlichen Therapien wie beispielsweise Diäten langfristig Erfolg. Die Chirurgische Klinik am Universitätsklinikum Bonn bietet nun ein chirurgisches Verfahren an, mit dessen Hilfe Betroffene in einem Jahr rund die Hälfte ihres Übergewichts loswerden können. Ein Besuch der neu eingerichteten Chirurgischen Adipositas-Sprechstunde dienstags ab 13 Uhr klärt, ob eine solche Behandlung sinnvoll ist.

Ein Mensch hat eine krankhafte Fettleibigkeit, die so genannte Adipositas, wenn sein "Body-Mass-Index" (BMI = Gewicht in Kilogramm / Größe in Metern zum Quadrat) höher als 40 ist. Oft leidet der Betroffene unter einem schlechten Selbstwertgefühl und Depressionen. Atembeschwerden und Begleiterkrankungen wie unter anderem Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, Herzerkrankungen bis zum Infarkt und Gelenkverschleiß vermindern seine Lebensqualität. Auch die Lebenserwartung ist verkürzt.

"Mit Hilfe der Magenband-Operation behandeln oder vermeiden wir die Folgen einer krankhaften Fettleibigkeit. Das primäre Ziel der Operation ist somit nicht das Erreichen eines Schönheitsideals", sagt Oberarzt Dr.  Andreas Türler. Dazu legen die Bonner Ärzte um den Mageneingang ein individuell verstellbares Band aus weichem Silikon, ohne den Magen durch Schnitte, Nähte oder Klammern dauerhaft zu verändern. Durch den so verkleinerten Magen bekommt der Patient viel schneller ein Sättigungsgefühl. Die Operation wird ohne großen Bauchwandschnitt im Rahmen einer Bauchspiegelung durchgeführt. "Ein Vorteil des Magenbandes gegenüber anderen Operationen bei Fettleibigkeit ist, dass äußerst selten Komplikationen auftreten", sagt Oberärztin Dr. Dorothee Decker.

Das interdisziplinäre Team aus Chirurgen und Psychosomaten klärt in der Adipositas-Sprechstunde, ob die Operation für den jeweiligen Patienten sinnvoll ist. Ein Langzeiterfolg des Magenbandes hängt natürlich auch entscheidend von der Disziplin des Patienten ab, seinen Diätplan einzuhalten und ärztliche Nachuntersuchungen wahrzunehmen. "Trinkt der Patient viel zuckerhaltige Limonade oder nascht viel Süßigkeiten, dann hilft ihm kein verkleinerter Magen, sein Übergewicht zu senken", so die Mitarbeiter von Professor Dr. Andreas Hirner, Direktor der Chirurgie am Universitätsklinikum.

Eine telefonische Anmeldung zur Adipositas-Sprechstunde ist bei Oberarzt Dr. Andreas Türler oder Oberärztin Dr. Dorothee Decker unter 0228/287-5109 möglich.

Ansprechpartner:
Oberärzte Dr. Andreas Türler und Dr. Dorothee Decker
Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-5109
E-Mail:
[Email protection active, please enable JavaScript.]

Artikelaktionen