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Wie Sterndeuter Weihnachten fanden

Sternwarte der Universität Bonn macht Astronomie für Kinder

"Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis dass er kam und stand oben über, wo das Kindlein war." Jeder kennt den biblischen Stern von Bethlehem. Aber war es wirklich ein Stern? Diese Frage steht zur Weihnachtszeit im Vordergrund eines Projektes, das ein Mitarbeiter der Universität Bonn für Schulkinder durchführt. Er hat es sich zur Mission gemacht, junge Sterngucker in die Geheimnisse der Astronomie einzuführen.

"Mir macht es einfach Spaß, mit Kindern zu arbeiten", erklärt Dr. Michael Geffert, Gründer des Projektes "Astronomie/vor Ort".
Passend zur Weihnachtszeit schwebt auch der Stern von Bethlehem im Klassenzimmer; zusammen mit der Frage, was Casper, Melchior und Balthasar aus Babylon am Tage Christi Geburt wirklich gesehen haben. Die Thesen sind vielfältig: die einen vermuten eine Supernova, das Explodieren eines Sternes, die nächsten einen Kometen, von dem chinesische Aufzeichnungen berichten. Schließlich gibt es da noch die Möglichkeit einer Planetenkonjunktion; der Moment, in dem sich zwei Planeten scheinbar berühren. "Künstler haben den Stern von Bethlehem an Krippen und auf Gemälden immer als Kometen dargestellt, damit er optisch anspricht", glaubt der Wissenschaftler, "und von einer Supernova gibt es keinerlei Aufzeichnungen."

Er selbst hält die Sternenkonjunktion, die schon im Jahre 1606 vom deutschen Astronom Johannes Keppler vorgeschlagen wurde, für sehr wahrscheinlich: "Die 'Heiligen Drei Könige' waren eigentlich Sterndeuter", so der Wissenschaftler, "Berechnungen ergeben, dass zur Zeit der Geburt Jesu tatsächlich eine Konjunktion von Jupiter und Saturn stattgefunden hat, so wie sie auch auf Keilschrifttafeln aus dieser Zeit beschrieben ist." Der Saturn war in Babylon Zeichen für den israelischen König und stand zusammen mit Jupiter auch noch im Sternbild Fische- dem himmlischen Entsprechungsort Israels. "Grund genug für die Weisen, an die Geburt eines neuen Königs zu glauben und loszuziehen", vermutet der Wissenschaftler. Einen Haken hat die Sache aber: "Jupiter und Saturn verschmolzen niemals zu einem Stern; auch mit bloßem Auge waren immer zwei Sterne zu sehen", fügt Dr. Geffert hinzu.

Nachdem die Astronomen der Sternwarte der Universität Bonn immer wieder Anfragen von Schullehrern nach Führungen bekommen hatten, kam ihm im Jahr 1991 die Idee, selbst in Grundschulen 'die  Sterne vom Himmel zu holen'. "Wenn Kinder fragen, wie weit die Sonne weg ist oder ob das All unendlich ist, sind Eltern und Lehrer oft aufgeschmissen," meint der Astronom. In einem etwa 90 minütigen Kurs erfahren staunende Miniwissenschaftler aus der ersten bis zur vierten Klasse anhand von Dias alles über Sternbilder, Schwarze Löcher und Kometen.

Letztlich lässt sich die Frage, welcher Stern damals in Bethlehem aufging, nicht klären. Aber vielleicht finden ja die vielen neuen 'Mini- Astronomen' schon bald eine Antwort. Hannah zum Beispiel, aus der 4a der Matthias-Claudius-Schule in Bonn-Endenich hat sich vorgenommen, "noch viel über Astronomie zu lernen." Das schönste Dankeschön für Dr. Gefferts ehrenamtliche Arbeit. Und dazu kommen selbstgebackene Plätzchen und Briefe, aus denen klar wird, dass die Kids 'ihren' Wissenschaftler am liebsten behalten hätten. So schreibt zum Beispiel Mariam: "...ich will, dass Sie wiederkommen...und vielleicht auch immer bleiben...".
 

Ansprechpartner:
Dr. Michael Geffert
Sternwarte der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-3648
E-Mail:
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Bilder zu dieser Presseinformation

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Komet Hale-Bopp

Komet Ikeya-Zhang (C2002/C1)

Foto: Dr. Michael Geffert

Komet Ikeya-Zhang (C2002/C1)

Foto: Dr. Michael Geffert

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