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\"Schwarzweiß-Malerei\"

Stammzellforscher Oliver Brüstle nimmt Klage gelassen

Greenpeace hat heute dem Bonner Neurowissenschaftler Professor Dr. Oliver Brüstle mit rechtlichen Schritten gegen eines seiner Patente gedroht. Eine entsprechende Klageschrift erhielt der Professor für Rekonstruktive Neurobiologie an der Universität Bonn heute von einem Anwaltsbüro der Umwelt-Aktivisten. "Ich hatte nicht erwartet, dass die Leute von Greenpeace mir eine Weihnachtskarte schreiben würden", kommentierte der bekannte Stammzellforscher die Aktion.

Professor Brüstle sieht sich zum wiederholten Male wegen seiner biowissenschaftlichen Forschungsarbeiten im Visier von Greenpeace. "Wie schon in der Vergangenheit, wird der Inhalt meines Patents völlig falsch dargestellt", betont Brüstle. Die Patentschrift konzentriere sich auf ein Verfahren, das es erlaubt, aus embryonalen Stammzellen gezielt Ersatzzellen für das Gehirn und das Rückenmark zu produzieren. Mit der Herstellung oder dem Klonen von Embryonen habe dieses Verfahren nichts zu tun.

"Offenbar soll hier ein forschungsfeindliches Klima in unserem Land erzeugt werden," sagt Brüstle. Die Welt sei aber gerade in der biomedizinischen Forschung zu komplex, als dass man ihr mit Schwarzweiß-Malerei gerecht werden könne. Greenpeace wende sich mit dem Versuch, eines der erfolgversprechendsten Gebiete der Biomedizin zu attackieren, gegen den medizinischen Fortschritt.

Die Organisation sei neuerdings sogar bereit, mühsam zusammengetragene Spendengelder in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro für derartige "Schauprozesse" einzusetzen. "Ich frage mich, wie eine solche Kampagne mit den Zielen von Greenpeace vereinbar ist", sagt der Bonner Professor. Einer gerichtlichen Klärung sieht er gelassen entgegen: "Davor habe ich keine Angst, im Gegenteil: Allen wäre geholfen, wenn diese Sache ein für alle Mal vor Gericht abschließend geklärt würde." Von juristischen Drohgebärden werde er sich jedenfalls nicht einschüchtern lassen.

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