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Bibliothek erwirbt Teil des Curtius-Nachlasses

Hinterlassenschaft umfasst Briefwechsel und persönliche Dokumente

Die Universitäts- und Landesbibliothek Bonn (ULB) hat einen weiteren Teil des Nachlasses von Ernst Robert Curtius (1886 - 1956) gekauft. Die Dokumente ergänzen den schon vorhandenen Bestand, den die ULB in den letzten zwei Jahrzehnten erwerben konnte. Der Philologe war bis 1951 Professor an der Universität Bonn; er gilt unter anderem als einer der herausragenden Experten auf dem Gebiet der mittelalterlichen Literatur.

Der nun erworbene Nachlassteil enthält zahlreiche Briefwechsel von Ernst Robert Curtius, so mit seinem geistigem Mentor, dem Dominikanerpater Jean de Menasce, oder mit dem Leipziger Romanisten Philipp August Becker. Neben Materialen zur Fachgeschichte und zu Curtius` Spanien- und Mittelalterstudien enthält die Hinterlassenschaft auch zahlreiche persönliche Dokumente, etwa Abschriften von Quellen zur Familiengeschichte, die Erinnerungen seines Vaters und sein spanisches Tagebuch.

Curtius pflegte Zeit seines Lebens eine umfangreiche Korrespondenz mit Schriftstellern, Gelehrten und Wissenschaftlern im In- und Ausland, darunter so berühmte Zeitgenossen wie Konrad Adenauer, Gottfried Benn, T.S. Eliot, Thomas Mann oder Marcel Proust. Als Ilse Curtius 1984 der ULB einen Brief-Teilnachlass ihres Mannes zum Kauf anbot, griff diese deshalb gerne zu, gewährt der Briefwechsel doch wichtige Einblicke in die Geistes- und Kulturgeschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zwischen 1985 und 1992 konnte die Bonner Universitätsbibliothek fünf weitere Nachlasstranchen erwerben - wissenschaftliche Korrespondenzen und Werkmanuskripte ebenso wie Briefe aus seiner Jugend-, Studien- und Kriegszeit.

Ernst Robert Curtius war von 1929 bis 1951 in Bonn Professor für Romanische, später auch für Mittellateinische Philologie. Seine Forschungen und Veröffentlichungen konzentrierten sich zunächst auf das Gebiet der neueren französischen Literaturgeschichte. Werke wie "Die literarischen Wegbereiter des neuen Frankreich" oder "Die französische Kultur" brachten den Deutschen Literatur und Kultur des französischen Nachbarn nahe und trugen damit in der schwierigen Zwischenkriegszeit zum deutsch-französischen Verständnis bei. Später befasste er sich in zahlreichen Veröffentlichungen mit der mittelalterlichen Literatur. Die Ergebnisse seiner Forschungen fasste er in seinem 1948 erschienenen Hauptwerk "Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter" zusammen. Das Buch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und erschien in Deutschland zuletzt 1993 in 11. (!) Auflage.

Ansprechpartner:
Dr. Michael Herkenhoff
Universitäts- und Landesbibliothek Bonn
Telefon: 0228/73-7548
E-Mail:
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