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Die Regeln hinter Erdbeben und Börsencrash

Ringvorlesung zu Prognose und Vermeidung von Extremereignissen

Was haben epileptische Anfälle, Turbulenzen auf den Finanzmärkten und Lawinen gemeinsam? Sie sind Beispiele für Extremereignisse, die - wenn man sie sicher vorhersagen könnte - viel von ihrer Gefahr für den Menschen verlieren würden. Um extreme Ereignisse in Natur und Gesellschaft, ihre Gemeinsamkeiten, Prognosemöglichkeiten und Vermeidungs-Strategien geht es in einer Ringvorlesung an der Universität Bonn. Die Vorträge finden jeweils Dienstags um 20 Uhr in Hörsaal 9 des Universitäts-Hauptgebäudes statt; der Eintritt ist frei.

Weltweit arbeiten Wissenschaftler fieberhaft an Prognosesystemen für Erdbeben, Vulkanausbrüche, Verkehrsstaus oder Wirbelstürme. Denn wer weiß, dass ihn auf der A565 in Höhe der Ausfahrt Bonn-Nord in 45 Minuten ein Stau erwartet, kann vorher ausweichen; Katastrophengebiete könnte man im Vorfeld evakuieren oder Gegenmaßnahmen vorbereiten.

Ein anderes Beispiel ist die Epilepsie: Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass sich viele Anfälle Minuten oder sogar Stunden zuvor in bestimmten Veränderungen des EEG-Musters ankündigen. Allerdings ist die Hirnstromkurve von Mensch zu Mensch unterschiedlich und variiert zudem noch im Tagesverlauf. Die Merkmale zu finden, die auf einen Anfall hindeuten, ist daher nicht einfach. "Trotzdem kennen wir inzwischen schon einige Vorboten", erklärt der Bonner Physiker Dr. Klaus Lehnertz. Könnte man damit ein automatisches Warnsystem konstruieren, das vor jedem Anfall anschlägt, hätte das für die Erkrankten enorme Vorteile: Sie könnten dann zum Beispiel gefährliche Situationen oder Tätigkeiten meiden oder ein Medikament einnehmen, dass den drohenden Anfall mildert oder gar ganz stoppt. "Dadurch ließen sich Nebenwirkungen, wie sie bei der Dauereinnahme auftreten können, verhindern", erklärt der Privatdozent.

Veranstalter der Ringvorlesung sind Professor Dr. Albeverio und Dr. Volker Jentsch vom Interdisziplinären Zentrum für Komplexe Systeme der Universität Bonn. Die Vorträge im Einzelnen:

18.11.03 Extreme Ereignisse in der Geomorphologie -
Prof. Dr. R. Dikau/ PD Dr. S. Hergarten, Geologie, Uni Bonn

25.11.03  Materialversagen - Prof. Dr. K. Maier, Physik, Uni Bonn

02.12.03 Vorhersage und Vorhersagbarkeit von extremen Ereignissen -
Prof. Dr. H. Kantz, MPI komplexe Systeme, Dresden

09.12.03 Über extreme Ereignisse in EEG-Aufnahmen -
PD Dr. K. Lehnertz, Epileptologie, Uni Bonn

16.12.03   Klimaextreme - Prof. Dr. A. Hense, Meteorologie, Uni Bonn

13.01.04 Management alpiner Extremereignisse -
Dr. M. Lehning, Lawinenforschung Davos

20.01.04 Antizipation und Prävention -
Dr. M. Obersteiner, Systemanalyse Laxenburg (A)

27.01.04 Turbulenzen auf den Finanzmärkten -
Prof. Dr. C. Klüppelberg, Statistik, München

03.02.04 Panik und Evakuierung: Simulation und Management -
Prof. Dr. D. Helbing, Ökonomie und Verkehr, TU Dresden

10.02.04 Endogenous versus Exogenous Origins of Crises -
Prof. Dr. D. Sornette, Geophysik, Nizza and Los Angeles

Ansprechpartner:
Dr. habil. Volker Jentsch
Interdisziplinäres Zentrum für komplexe Systeme
Institut für Angewandte Mathematik
Telefon: 0228/73-4304
E-Mail:
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