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Landwirtschaft in der Eisenzeit

Archäobotaniker tagen in Bonn / Öffentlicher Abendvortrag

Welche Pflanzen standen auf den Feldern der eisenzeitlichen Bauern? Und welche Anbaumethoden waren damals üblich? Diese Fragen beantwortet am 11. September ab 20 Uhr s.t. ein öffentlicher Abendvortrag im Hörsaal Botanik der Universität Bonn, Nussallee 4. Unter dem Motto "Von Dinkel, Einkorn und Kornrade" stellt Dr. Julian Wiethold (Landesamt für Denkmalpflege, Wiesbaden) aktuelle paläobotanische Forschungsergebnisse zur Eisenzeit und Römischen Epoche in Deutschland vor. Der Vortrag eröffnet die archäobotanische Jahrestagung der Floristisch-soziologischen Arbeitsgemeinschaft, die in diesem Jahr an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität stattfindet.

Dr. Wiethold wird erläutern, wie man durch die Analyse von Samen, Früchten und Pollenkörnern die eisenzeitliche und römische Landwirtschaft rekonstruieren kann. Nicht nur der direkte Nachweis von Kulturpflanzen, sondern auch von "Unkräutern" liefert wertvolle Informationen darüber, wie sich der damalige Ackerbau vom heutigen unterschide. Ein Beispiel ist die Kornrade, die früher ein gefürchtetes Ackerunkraut war, heute jedoch zu den bedrohten Arten zählt. Während der Vortrag sich mit einer einzigen Epoche beschäftigt, stellen die Teilnehmer der am Folgetag beginnenden archäobotanischen Tagung Beiträge aus der gesamten ackerbaulichen Geschichte vor.

Anhand fossiler Samen, Früchte, Äste oder Blätter versuchen Archäobotaniker, Informationen über die Umwelt und Landwirtschaft einer Zeit zu gewinnen, aus der meist keine schriftlichen Quellen existieren. Die Funde geben nicht nur Aufschluss über den Ackerbau und wie er sich sich über Tausende von Jahren gewandelt hat, sondern beispielsweise auch über Bestattungsriten, da Pflanzen häufig Verstorbenen als Opfergaben mit ins Grab gelegt wurden. Darüber hinaus lassen Pflanzenfunde Rückschlüsse auf die damaligen klimatischen Verhältnisse zu.

Ansprechpartner:
Dr. Norbert Kühl
Institut für Paläontologie der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-4844

Bilder zu dieser Pressemitteilung

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Heute mit Seltenheitswert: Dinkel war früher eine wichtiges Getreide, die Kornrade wegen ihrer giftigen Samen ein gefürchtetes Ackerunkraut.

Dinkel
Foto: Dr. Julian Wiethold

Kornrade
Foto: Dr. Julian Wiethold
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