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Drogen im Straßenverkehr sicher erkennen

Fortbildung der Rechtsmedizin und des Polizeipräsidiums Bonn

Wer sich nach dem Genuss von Alkohol, Cannabis, Speed oder Opiaten hinter das Steuer setzt, gefährdet nicht nur die eigene Gesundheit. Doch wie kann die Polizei bei der Verkehrskontrolle beispielsweise erkennen, dass der Fahrer unter dem Einfluss von Marihuana steht? Und welche Indizien muss sie erheben, damit die Sachverständigen vor Gericht den unerlaubten Drogengenuss und insbesondere eine daraus resultierende Fahruntüchtigkeit unanfechtbar belegen können? Um diese Fragen dreht sich ein Workshop, den das Institut für Rechtsmedizin der Universität Bonn zusammen mit dem Polizeipräsidium am Mittwoch, 16. Juli, durchführt.

Angst vor Strafe macht erfinderisch: Wenn die Polizei nach einer Unfallflucht den offensichtlich alkoholisierten Fahrer auftreibt, behauptet der nicht selten, er habe erst zu Hause nach dem Crash, gewissermaßen auf den Schreck, ein großes Glas Wodka gekippt. Beim Unfall selbst sei er dagegen noch nüchtern gewesen. Wie der vorgeschobene "Nachtrunk" nachzuweisen ist, ist eines der Themen auf dem Drogen-Workshop. Außerdem präsentieren die Organisatoren auf der Veranstaltung neue Drogentests, bei denen Schweiß von der Nasenwurzel auf einen Teststreifen aufgebracht wird, der sich dann entsprechend verfärbt.

Mehr als 110 Beamte werden sich auf der Fortbildung über verschiedene Drogen und ihre Auswirkungen, rechtsmedizinische Nachweismöglichkeiten, aber auch die Anforderungen an Polizei und Rechtsmedizin aus Sicht der Gerichts informieren. "Immer wieder kommt es vor, dass vor Gericht ein Fall einfach nicht rund zu bekommen ist, weil bestimmte Anknüpfungspunkte nicht ermittelt wurden", erklärt der Bonner Rechtsmediziner Dr. Frank Mußhoff. Auf der Fortbildung wird daher auch ein Amtsrichter Beispiele aus der Praxis erläutern, bei denen die Täter aufgrund der nicht  ausreichenden Beweisaufnahme straffrei blieben.

Ansprechpartner:
Dr. Frank Mußhoff
Institut für Rechtsmedizin der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-8316
E-Mail:
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