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Sie sind hier: Startseite Die Universität Informationsquellen Presseinformationen 2003 Elektrische Fische und blutende Hostien

Elektrische Fische und blutende Hostien

Dies Academicus mit Vorträgen, Führungen und Musik

Am Mittwoch, 4. Juni, gibt es an der Universität Bonn Spannendes zu entdecken: Ab 9.15 Uhr lockt der Dies Academicus mit einem Mix aus Führungen, Ausstellungen, Vorträgen und Musik.

Wenn man sich im Dunkeln orientieren will, hat man es als Mensch bekanntlich schwer: Unsere Augen brauchen das Licht, um die Umgebung dreidimensional  wahrzunehmen. Nachtaktiven Tieren nutzt ihrer visueller Sinn deshalb nur wenig. Einige Fische haben daher ein anderes Sinnessystem entwickelt, eine Art Elektroortung. Damit können sie sich sogar bei völliger Dunkelheit orientieren. Mit diesen faszinierenden Tieren und ihrer Art zu ‚sehen' beschäftigt sich Professor Dr. Gerhard von der Emde auf dem Dies Academicus der Universität Bonn am 4. Juni. Sein Vortrag beginnt um 11.15 Uhr in Hörsaal X, Universitäts-Hauptgebäude.

"Wo bitte geht's zum Stadtschloss?" - Wer sich das schon immer gefragt hat, kann  an einer Führung durch das Hauptgebäude der Universität teilnehmen. Archivar Dr. Thomas Becker wird die wechselvolle Geschichte des ehemaligen Stadtschlosses darstellen. Dabei haben die Besucher auch Gelegenheit, die Kellergewölbe der Universität zu besichtigen. Die Führungen finden um 11 und  14 Uhr statt; Treffpunkt ist jeweils die "Blaue Grotte". Bereits ab 10 Uhr haben Interessierte die Möglichkeit, kostenlose Karten am Informationstand des Studium Universale zu bekommen.

Wer sich hingegen eher für die asiatische Vergangenheit interessiert, ist um 10.15 Uhr in Hörsaal III richtig. Dort stellt Professor Dr. Josef Kreiner das "dynamische Mittelalter Japans" vor. Warum ausgerechnet in der so genannten Muromachi-Periode die Grundlagen für die spätere Modernisierung des Landes gelegt wurden, wird Professor Kreiner ebenso erläutern wie die künstlerische Entwicklung dieser Epoche. Japan-Begeisterte haben übrigens noch bis Oktober Zeit, in der Kunst- und Ausstellungshalle eine große Ausstellung aus dem Land der aufgehenden Sonne zu bewundern.

Naturwissenschaftlich Interessierte können sich um 14.15 Uhr in Hörsaal IX über das neue Standardmodell des Universums informieren. Professor Dr. Peter Schneider nimmt seine Zuhörer mit in die Vergangenheit des Universums. Mit Hilfe neuer Beobachtungsinstrumente ergibt sich die Schlussfolgerung, dass unser Kosmos zu mehr als 95 % aus bislang noch nicht bestimmter Materie besteht. Durch ein hochpräzises Satellitenexperiment konnte diese These im Februar diesen Jahres bewiesen werden. Professor Schneider wird die Resultate vorstellen und ihre Bedeutung für die Kosmologie erläutern.

Was hat Fronleichnam mit Mikrobiologie zu tun? Im Jahre 1263 sorgte das Wunder einer blutenden Hostie in Bolsena für Aufregung. Daraufhin richtete Papst Urban IV. einen neuen kirchlichen Feiertag ein: Fronleichnam. Dass ein rot gefärbtes Bakterium für diese Phänomen verantwortlich ist, wurde erst im 19. Jahrhundert herausgefunden. Professor Dr. Jobst-Heinrich Klemme geht ab 16.15 Uhr in Hörsaal IX der Geschichte des Wunders nach. Außerdem stellt er die Ereignisse dar, die zur Entdeckung des Bakteriums führten, und erzählt Wissenswertes über die Biologie dieses interessanten Mikroorganismus.

Der Islamismus ist zur Zeit in aller Munde. Dabei wird häufig an falscher Stelle Kritik geübt; Fundamentalisten werden indifferenziert mit gemäßigten Gläubigen in einen Topf geworfen. Dabei ist die Frage nach totalitären Tendenzen im islamischen Fundamentalismus durchaus berechtigt. Professor Dr. Tilman Mayer beschäftigt sich um 17.15 Uhr in Hörsaal VII mit diesem Thema.

Eine ebenfalls interessante Debatte findet um 18 Uhr in Hörsaal IX statt. Dort wird ein Team aus Professoren gegen ein ausgesuchtes Team des Debattierclubs der Uni antreten. Wer Regierung und wer Opposition ist, wird noch nicht verraten, auch das Thema wird erst vor Ort bestimmt. Man darf sich also auf einen spannenden geistigen Wettkampf freuen, der so manch einem Lust auf mehr machen wird. Dem kann man aber jeden Mittwoch um 18 Uhr abhelfen. Dann finden nämlich die regelmäßigen Debatten des Clubs statt. Treffpunkt ist das Carl-Duisberg-Zimmer in der Mensa Nassestraße.

Auch an musikalischer Unterhaltung fehlt es am Dies Academicus nicht. Um 13 Uhr tritt der Jazzchor der Universität auf dem Marktplatz auf und präsentiert A Capella Highlights. Um 17.15 Uhr spielt die Big Band des Collegium Musicum ebenfalls auf dem Marktplatz; direkt im Anschluss um 18.30 Uhr wird der Chor Kinduku aus West-Afrika mit Gospel für Stimmung sorgen. Wer es lieber klassisch mag ist ab 20 Uhr in der Aula der Universität gut aufgehoben. Dort spielt das Akademische Orchester unter der Leitung von Johannes Stert Stücke von Strauss und Dvorak. Einlasskarten gibt es beim Collegium Musicum, Am Hof 7.

Informationen zum Dies Academicus gibt es im Internet unter unter http://www.uni-bonn.de >> Studium >> Studium Universale >> Dies Academicus; die genauen Zeiten sind auch der Dies-Zeitung zu entnehmen, die an der Universität ausliegt.

 

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