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Quecksilber: Richtwerte überschritten

Im Untergeschoss des Institutsgebäudes Meckenheimer Allee 166-168 ist Quecksilber in der Raumluft entdeckt worden. Die Quelle ist bislang noch nicht bekannt. Die Nutzung der belasteten Bereiche für den Lehr- und Forschungsbetrieb wurde vorsorglich eingeschränkt. Das denkmalgeschützte Institutsgebäude aus dem Jahr 1867, das früher das Chemische Institut der Universität war, wird heute von den Bereichen Geographie, Mikrobiologie und Medizin genutzt.

Durch die Beschädigung eines Messgerätes wurde im Frühjahr eine geringe Menge Quecksilber freigesetzt. Sie wurde chemisch gebunden und beseitigt. Anschließend routinemäßig durchgeführte Luftmessungen ergaben erhöhte Quecksilber-Werte, die sich nicht durch den erfolgten Austritt von Quecksilber erklären ließen. Daraufhin veranlasste weitergehende Untersuchungen lieferten auch in entfernter liegenden Räumen erhöhte Messwerte.
 
Die von der Mikrobiologie und der Medizin genutzten Räume wurden zunächst unverzüglich zum Schutz der Universitätsangehörigen gesperrt und sind derzeit nur eingeschränkt betretbar. Zwischenzeitlich sind weitere Messwerte für die übrigen Gebäudeteile eingegangen, die zu weiteren Nutzungseinschränkungen geführt haben.  Derzeit werden die Messergebnisse ausgewertet.
 
Sobald die Validierung abgeschlossen ist, wird eine Neubewertung der bestehenden Nutzungseinschränkungen vorgenommen. Dies wird voraussichtlich Ende des Monats geschehen. Wenn die Kontaminationsquelle gefunden ist, können außerdem Schritte zur Beseitigung des Quecksilbers ergriffen werden.
 
Die Universität Bonn hat die zuständigen Stellen, den Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW und das Landesministerium für Kultur und Wissenschaft über den Vorfall informiert.
 
Ansprechpartner für Universitätsangehörige ist die Abteilung für Arbeits- und Umweltschutz. Sie klärt derzeit in Abstimmung mit den betroffenen Fachbereichen, ob in Abhängigkeit von der jeweiligen Raumnutzung und den gemessenen Werten eine zeitweise, zeitlich eingeschränkte Nutzung gesperrter Räume ermöglicht werden kann.
 
Alle betroffenen Universitätsangehörigen können sich beim Betriebsärztlichen Dienst der Universität arbeitsmedizinisch beraten lassen. Laut Betriebsärztlichem Dienst liegen die Kontaminationen zwar teilweise deutlich über den allgemeinen Richtwerten für Innenräume, die ein sofortiges Handeln gebieten, aber unter dem Arbeitsplatzgrenzwert für betriebliche Arbeiten mit Quecksilber. 
 
 
Update vom 20.09.2018
 
Gesperrt ist derzeit nur noch der Raum, in dem eine kleine Menge Quecksilber freigesetzt worden war. Von den rund 200 Räumen in dem Institutsgebäude sind derzeit 34 Räume und vier Flurbereiche in Abhängigkeit von den gemessenen Werten in der Nutzungsdauer eingeschränkt. Davon dürfen fünf Räume maximal für eine Stunde täglich genutzt werden. Weitere neun Räume dürfen ca. vier Stunden genutzt werden. Die anderen Räume haben keine Einschränkung im Rahmen der täglichen Arbeitszeit von acht Stunden.
 

Update vom 25.10.2018

Wir haben nun die Messergebnisse für alle Räume in der Meckenheimer Allee 166/168 in einer Übersicht zusammengestellt (zuletzt aktualisiert am 26.10.2018).

Die Suche nach der Quecksilberquelle geht weiter. Hierzu werden auch noch weitere Messungen und Untersuchungen, z.B. Befahrung von Abwasserleitungen mit Rohrkameras, durchgeführt.

Zum Schutz der Menschen, die die Räume nutzen, wurde eine Reihe von Maßnahmen ergriffen. So sind in Abhängigkeit von den gemessenen Werten maximale Nutzungsdauern pro Tag und Person für etwa 30 Räume festgelegt worden.

Darüber hinaus betreiben wir die Lüftungsanlagen in beiden Gebäudeteilen rund um die Uhr in Volllast. Diese Maßnahme führt erwiesenermaßen zu einer Reduktion der Raumluftbelastung.

Es ist darauf zu achten, dass alle Siphons von Waschbecken und Bodenabläufen stets mit Wasser gefüllt sind, indem sie jeden Morgen mit Wasser aufgefüllt werden. Dadurch entsteht eine Sperrschicht zum Abwassersystem, die auch die Reduktion der Raumluftbelastung begünstigt. Geplant ist weiter, zeitnah Siphons und Rohrleitungen auszutauschen, wo dies zur Reduktion der Quecksilberbelastung sinnvoll erscheint. Weitere Maßnahmen können ergriffen werden, wenn die Quelle für die Quecksilberbelastung lokalisiert worden ist.

 

Update vom 30.10.2018

Es hat erste Kamerabefahrungen von Abflüssen und Rohrleitungen gegeben, weitere werden folgen. Die Fahrten werden von externen Sachverständigen ausgewertet. Wann die daraus resultierenden Ergebnisse vorliegen, ist noch nicht absehbar. Wir werden dann an dieser Stelle darüber informieren.

 

Update vom 06.11.2018

Die Universitätsverwaltung hat beschlossen, vorsorglich auch in weiteren Institutsgebäuden, in denen in der Vergangenheit mit Quecksilber gearbeitet worden sein könnte, Messungen vorzunehmen, um Klarheit darüber zu erlangen, dass diese wirklich unbelastet sind. Die Abteilung Arbeitsschutz geht dazu derzeit auf die jeweiligen Institutsleitungen zu.

 

Update vom 09.11.2018

Bei einer Befahrung von Rohrleitungen im Gebäude Meckenheimer Allee 166/168 wurden verdächtige Objekte entdeckt: Die Kamera zeigte stark reflektierende Kugeln, die möglicherweise aus Quecksilber bestehen. Da die Kamera Kontakt zu diesen Kugeln hatte, wurde ein Abstrich genommen, der nun auf Quecksilber geprüft wird. Bei einer weiteren Kamerabefahrung wurden weitere Kugeln ausgemacht und ebenfalls beprobt. Die Ergebnisse der Proben sollen in ca. einer Woche vorliegen. Die Universität stimmt sich bei der Untersuchung eng mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW und externen Sachverständigen ab.

 
 
Über Quecksilber
 
Elementares Quecksilber ist ein Schwermetall, das bei Raumtemperatur flüssig ist und im Vergleich zu anderen Metallen einen relativ hohen Dampfdruck aufweist. Quecksilber kommt in geringen Mengen praktisch überall vor. Akute Vergiftungen sind selten, jedoch besteht die Gefahr einer chronischen Vergiftung durch eine langfristige Exposition.
 

 

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