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Asbesthaltige Putze, Spachtelmassen und Baukleber in der Universität Bonn

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Was ist Asbest?

Asbest ist die Sammelbezeichnung für natürlich vorkommende, faserartige silikatische Minerale mit Faserdurchmessern bis herab zu 2 Mikrometern (1 Mikrometer entspricht einem Tausendstel Millimeter). Asbest ist chemisch sehr beständig, unempfindlich gegen Hitze und nicht brennbar. Er weist eine hohe Elastizität und Zugfestigkeit auf und lässt sich aufgrund seiner Bindefähigkeit mit anderen Materialien leicht zu Produkten verarbeiten. Asbest wurde wegen seiner vielen praktischen Eigenschaften in so großen Mengen wie kaum ein anderer Werkstoff verwendet – bis er in Deutschland im Jahr 1993 verboten wurde, da er krebserregend ist. Die vielen langlebigen Asbestprodukte wie Bodenbeläge oder Dachplatten begegnen uns noch heute im Alltag. (Quelle: Umweltbundesamt)

Warum ist Asbest gefährlich?

Asbest ist ein eindeutig krebserregender Stoff. Charakteristisch für Asbest ist seine Eigenschaft, sich in feine Fasern zu zerteilen, die sich der Länge nach weiter aufspalten und dadurch leicht eingeatmet werden können. Die eingeatmeten Fasern können langfristig in der Lunge verbleiben und das Gewebe reizen. Die Asbestose, das heißt die Lungenverhärtung durch dabei entstehendes Narbengewebe, wurde bereits 1936 als Berufskrankheit anerkannt. Die Zeit von der Asbest-Exposition, also dem Einatmen der Asbestfasern, bis zum Auftreten einer darauf zurückzuführenden Erkrankung (Latenzzeit) ist lang und kann bis zu etwa 30 Jahre betragen. (Quelle: Umweltbundesamt)

Wie wurden die Asbestspuren an der Universität entdeckt?

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb hat bei der Vorbereitung von Baumaßnahmen Materialproben prüfen lassen. Dabei wurden Asbestfasern in Putzen, Spachtelmassen und Bauklebern entdeckt.

Welche Gebäude sind nicht betroffen?

(Quelle: Asbesthaltige Putze, Spachtelmassen und Fliesenkleber in Gebäuden; Diskussionspapier zu Erkundung, Bewertung und Sanierung, Juni 2015. Herausgeber: Verein Deutscher Ingenieure e.V. der Gesamtverband Schadstoffsanierung e.V. VDI):
Asbesthaltige Putze, Spachtelmassen und Fliesenkleber wurden überwiegend in den 1960er- bis in die 1980er-Jahre hinein verwendet. Spätestens ab dem Asbest-Verwendungsverbot im Jahr 1993 ist nicht mehr mit einer gezielten Asbestanwendung zu rechnen. Durch den Einsatz von Lagerware kann jedoch mit einem über das Jahr 1993 hinausgehender Einsatz von asbesthaltigen Materialien im Einzelfall gerechnet werden, sodass eine Prüfpflicht auf Asbest für Gebäude mit einem Baujahr vor 1995 als angemessen angesehen wird.
Einhergehend mit dieser Prüfpflicht hat sich die Universität Bonn gemeinsam mit dem BLB NRW dafür entschieden, alle Gebäude, die nach 1995 errichtet wurden als unbelastete in Bezug auf asbesthaltige Putze, Spachtelmassen und Fliesenkleber einzustufen.
Konkret zählen hierzu diese folgenden Gebäude:

Baujahr  Anschrift, ggf. ergänzende Hinweise
1996      Lennéstraße 2
1996      Lennéstraße 6 (Anmietung außerhalb BLB)
1997      Versuchsgut Frankenforst, Toilettencontainer
1997      Versuchsgut Frankenforst, Laborcontainer
1998      Karlrobert-Kreiten-Str. 13
1999      Versuchsgut Frankenforst, Maschinenhalle
1999      Kaiserplatz 7-9 (Anmietung außerhalb BLB)
2001      Gerhard-Domagk-Str. 6
2001      Brühler Straße 7 (Anmietung außerhalb BLB)
2002      Gerhard-Domagk-Str. 3
2002      Auf dem Hügel 6 - Anzucht/Bunker
2003      Versuchsgut Frankenforst, Fahrsilo
2004      Konrad-Zuse-Platz 1-3 (Anmietung außerhalb BLB)
2006      Versuchsgut Frankenforst, Getreidesilo
2007      Siegaue 16, Kompostierungsflächen
2007      Campus Poppelsdorf, B-IT
2007      Campus Poppelsdorf, INS / IEL
2007      Campus Poppelsdorf, Hörsaalzentrum
2008      Klein Altendorf 2, Gerätehalle
2008      Klein Altendorf 2, Foliengewächshaus
2010      Klein Altendorf 2, Forschungsgewächshaus
2010      Klein Altendorf 2, Werkstatt- und Maschinenhalle
2010      Klein Altendorf 2, Heizzentrale altern. Energieversorgung
2010      Carl-Troll-Str. 8, Schreinerwerkstatt
2010      Carl-Troll-Straße 31, LIMES
2015      Grundsanierung Nussallee 9, EG bis OG da umfassend saniert


Welche Gebäude könnten trotz Renovierung weiterhin betroffen sein?

Folgende Gebäude wurden umfänglich renoviert, allerdings ist nicht auszuschließen, dass noch asbesthaltige Putze, Spachtelmassen und Fliesenkleber vorhanden sind:
2011      Grundsanierung Meckenheimer Allee 176, im Zuge der Sanierung wurden nicht alle alten Putzflächen erneuert
2015      Grundsanierung Nussallee 9, es könnten sich im Kellergeschoß noch Flächen befinden


Welche Gebäude sind betroffen?

Bislang wurden asbesthaltige Putze, Spachtelmassen und Fliesenkleber in vier Gebäuden gefunden
1.    Hauptgebäude
2.    AVZ II (Pharmazie, An der Immenburg 4),
3.    AVZ IV (Kirschallee 1)
4.    Physikalisches Institut (Nussallee 12)
Es ist davon auszugehen, dass weitere Gebäude betroffen sind. Dies wird nun untersucht.

Welche Gefahren gehen von dem gefundenen Asbest aus?

Bei der normalen Raumnutzung können keinerlei Gefährdungen auftreten, da das gefundene Asbest fest in den Baustoffen gebunden ist. Jedoch muss beim direkten Eingriff in die Bausubstanz mit der Freisetzung von Asbestfasern gerechnet werden – etwa beim Bohren von Löchern, Schleifen von Böden oder dem Abschlagen von Fliesen. Dies betrifft auch kleinere Hausmeister- und Ausbesserungsarbeiten. Selbst bei einem einfachen Tapetenwechsel könnte es zu erhöhten Asbestwerten in der Raumluft kommen.

Wie reagieren Universität und BLB NRW?

Die Universität Bonn als Nutzerin der Gebäude und der BLB NRW als Eigentümer und Vermieter stehen im engen Kontakt, um die Sachlage zu klären und geeignete Maßnahmen abzustimmen. Bis dahin sind bis auf weiteres Eingriffe in die Bausubstanz zu unterlassen. Die Universität wird zudem sukzessive weitere Informationen auf ihrer Homepage unter www.uni-bonn.de/die-universitaet/baut veröffentlichen.

Sind an der Universität Bonn Fälle von gesundheitlicher Beeinträchtigung durch Asbest bekannt geworden?

Nein. Allerdings würden eventuelle gesundheitliche Folgen der Exposition mit Asbest nicht sofort erkennbar werden, sondern - wenn überhaupt - mit einer langen Latenzzeit, nach der es schwierig ist, Rückschlüsse auf bestimmte Expositionen zu ziehen, da ein Kontakt mit Asbest in allen Lebensbereichen möglich ist. Das Bundesumweltamt schreibt hierzu: „Im Umgang mit Asbestprodukten ist generell Vorsicht angeraten, allerdings ist auch Panik zu vermeiden. Einmalige geringe private oder häusliche Belastungen sind nicht mit hohen und ständig wiederkehrenden beruflichen Belastungen gleich zu setzen. Das dadurch bedingte Erkrankungsrisiko ist dementsprechend gering.“
 

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