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Heinle, Wischer und Partner Freie Architekten

Heinle, Wischer und Partner Freie Architekten - Anerkennung

Beurteilung des Preisgerichts


Leitidee und Konzept

Städtebaulich wird ein klarer, rationaler, viergeschossiger Baukörper auf dem Grundstück vorgeschlagen. Die Flexibilität der Forschung soll durch das Prinzip der klaren Form gespiegelt werden. Ein gut proportionierter Baukörper 45 m breit, 75 m lang und 17.50 m hoch. Die Verfasser wünschen sich ein Gebäude als Setzkasten, welches viele Funktionen aufnehmen kann. Ein Bauregal, aus einem Konstruktionsraster von 15 x 15 m, nimmt die unterschiedlichen Räume auf. Das System ist innerhalb seiner Logik auf dem Grundstück erweiterbar. (Möglichkeit 2.BA). Die Gartenhalle, als überdachtes Atrium, ist wesentliche Leitidee. Ein grüner, geschützter Kommunikationsraum soll in der Mitte entstehen. Der Beitrag zeigt ein pragmatisches und logisches Konzept, das viele architektonische Beispiele kennt.

Architektur und Funktionalität

Die Grundrisse reagieren souverän und stimmig auf das Raumprogramm. Das Erdgeschoss hat einen klaren Bezug zum Vorplatz. Das Foyer und die öffentlichen Nutzungen sind eindeutig auffindbar. Die Obergeschosse sind zur Gartenhalle hin mit Seminarräumen und Kommunikationszonen orientiert. Die übliche Monotonie einer Zweispännererschließung der Bürozonen mit Mittelflur wird gebrochen. Die Fassaden zur Gartenhalle sind transparent ausgestaltet. Zur Außenfassade hin entstehen großzügige Büroräume aufbauend auf dem Achsmaß 1,50 m. Eine einheitliche Fassade aus Keramikschalen im Wechsel mit großen Fensterflächen 7,50 m x 3,50 m zeigt sich gleichmäßig zu allen Seiten. Die Geschosshöhe von 4 m lassen Licht und Blicke in die Büroräume. So entsteht Komfort und Gesundheit für die Nutzer. Der Beitrag bietet ein hochwertiges Gebäude mit Botschaft und Rationalität, dass aus seinen Materialien lebt, an.

Nachhaltigkeit und Ökologie

Die Potentiale der Gartenhalle als grüne Mitte finden sich leider nicht im TGA Konzept. Sie werden nicht ausreichend erläutert und gewürdigt. Der „auf der Hand“ liegende Mehrwert wird nicht dargestellt. Darüber hinaus wird die Bearbeitung der TGA Planung der Aufgabe nicht gerecht. Hier wären innovative Chancen zu benennen gewesen.

Die Jury vermisst die verständlichere Darstellung des Prinzips des Regals als lebendiges Modell der Forschung. Die Ausstrahlung der Fassade wird kontrovers diskutiert. Über die Dachausbildung der Gartenhalle könnte nachgedacht werden. Zumal das Dach an ihrem Hochpunkt die Vorgaben des Bebauungs-plans überschreitet. Die Jury sieht die Anlage der Gartenhalle als Gewächshaus kritisch. Der Außenraumbezug zur Umgebung fehlt. Der Nachweis der Bepflanzungsmöglichkeiten und die klimatischen Probleme eines Gewächshauses werden nicht überzeugend aufgezeigt. Das Büroausbauraster von 1,50 m wird diskutiert und erscheint für die Vorgaben der Flächennutzung der Doppelbüros zu großzügig.

Fotos der Modelle: © Volker Lannert / Universität Bonn

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